Rope Skipping
Sheryl Fischlin erobert von Baar aus die Weltspitze
Eine auffällige Strassenbemalung und Info-Plakaten sind Teil der Sensibilisierungs- kampagne. «Sie sollen das Thema nachhaltig im Strassenraum verankern», erläutert Stadträtin Barbara Gysel.
Pinke Farbe auf der Strasse, Tipps für Eltern und ein klares Ziel: Mit der Kampagne «Z’Fuess fahrsch besser!» will die Stadt Zug Kinder dazu ermuntern, ihren Schulweg selbstständig zu meistern – und gleichzeitig die Sicherheit rund um Schulhäuser erhöhen.
Mit ihrer am 19. Oktober gestarteten Sensibilisierungskampagne setzt die Stadt Zug auf Bewegung statt Elterntaxi. Als Pilotprojekt wurden vor den Schulhäusern Herti und Kirchmatt pinkfarbene Markierungen mit der Aufschrift «SCHULE» angebracht. Sie machen auf den sensiblen Verkehrsbereich aufmerksam. Autos sollen dort möglichst nicht anhalten. Elterntaxis werden gebeten, mindestens 100 Meter entfernt zu halten, um Staus und gefährliche Situationen zu vermeiden.
Der Umstieg gelingt mit etwas Übung: Eltern können den Schulweg mit ihren Kindern trainieren, sie zunächst nur Teilstrecken allein gehen lassen oder einen autofreien Schultag pro Woche einführen. Auch gemeinsam mit Freunden oder im Pedibus – einer Gruppe von Kindern, die zu Fuss feste Haltestellen ansteuert – wird der Weg zum Gemeinschaftserlebnis. Die Stadt unterstützt Eltern, die einen solchen Pedibus organisieren möchten.
Die Zuger Woche fragte bei Stadträtin Barbara Gysel, Vorsteherin Departement Soziales, Umwelt und Sicherheit, nach.
Anhand welcher Kriterien wird beurteilt, ob das Pilotprojekt in den Schulhäusern Herti und Kirchmatt erfolgreich ist?
Die Schulhausvorfahrten werden regelmässig von Sicherheitsassistenten der Zuger Polizei überwacht. Die Feststellungen der Zuger Polizei werden anschliessend ausgewertet. Zudem wird die Wirksamkeit der Sensibilisierungskampagne anhand der Zugriffe auf die Website und die App «Notiqo» erhoben sowie anhand der Rückmeldung von Eltern und Schülerinnen und Schülern.
Wie will die Stadt Eltern davon überzeugen, auf das Elterntaxi zu verzichten und ihre Kinder den Schulwegselbstständig zurücklegen zu lassen – insbesondere dann, wenn Eltern Sicherheitsbedenken haben?
In erster Linie sollen die Eltern über die Bedeutung des Schulwegs für die Entwicklung ihrer Kinder informiert werden. Dies geschieht mittels Website, Flyern, Elterninformation etc. Punkto Sicherheit möchte die Stadt darauf aufmerksam machen, dass die Infrastruktur vorhanden ist, damit Kinder ihren Schulweg selbstständig sicher zurücklegen können. Mit den Tools auf der Website kann der Schulweg geplant werden und es kann auf Gefahrenstellen aufmerksam gemacht werden, die je nach Notwendigkeit kurz-, mittel- oder längerfristig behoben werden.
Zur Schulwegsicherheit gehört aber eben auch der Bereich vor den Schulhäusern. Die Erfahrung zeigt, dass es dort vermehrt zu Unfällen kommt, wenn viele Elterntaxis gleichzeitig anhalten. Deshalb macht die Stadt mit der aktuellen Kampagne darauf aufmerksam.
Wie wird sichergestellt, dass die pinkfarbene Strassenbemalung und die Empfehlung, mindestens 100 Meter vom Schulhaus entfernt anzuhalten, tatsächlich zu mehr Verkehrssicherheit führen? Sind Kontrollen oder weitere Massnahmenvorgesehen?
Die pinkfarbenen Markierungen sind Teil der Sensibilisierungskampagne, mit der auf das Sicherheitsproblem vor den Schulhäusern aufmerksam gemacht werden soll. Sie sollen das Thema nachhaltig im Strassenraum verankern. Zudem kontrollieren die Sicherheitsassistenten der Zuger Polizei die Bereiche vor den Schulhäusern regelmässig.
Wann entscheidet die Stadt, ob die Kampagne auf weitere Schulhäuser und Kindergärten ausgeweitet wird?
Die Kampagne ist bereits in allen Schulhäusern und in der Öffentlichkeit präsent, mit Plakaten, Flyern, Medienmitteilung, Infos in der Schule und via Eltern-App «KLAPP». Leider kann die pinkfarbene Strassenmarkierung auf Grund der ortsspezifischen Gegebenheiten nicht vor allen Schulhäusern angebracht werden. Vor den Schulhäusern Herti und Kirchmatt gibt es aber auch die meisten Elterntaxi-Fahren.
Auf www.stadtzug.ch/schulweg finden Familien Tipps, Schulwegpläne und Informationen zur Infrastruktur. Der Plan zeigt unter anderem Fussgängerstreifen, Tempo-30-Zonen und Schülerlotsen. Baustellen und Umleitungen werden ebenso wie Meldungen aus der Bevölkerung über die App «Notiqo» in Echtzeit erfasst und geprüft.
Uwe Guntern
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