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Feuerwehr Hünenberg mit Jahresrapport und Rückblick
Der digitale Jahresbericht der Stadt Zug ist nicht nur Informationsträger, sondern ein aktives Gestaltungselement, das durch Form und Struktur neue, interaktive Erzählweisen eröffnet. Foto: zvg
Der digitale Jahresbericht der Stadt Zug ist mit dem German Design Award 2026 in Gold ausgezeichnet worden. In Frankfurt am Main setzte sich das Projekt gegen über 3900 Einreichungen aus 57 Ländern durch – und zeigt, wie öffentliche Verwaltung im digitalen Raum neue Wege gehen kann.
Die Stadt Zug darf sich über eine der renommiertesten internationalen Designauszeichnungen freuen: Beim diesjährigen German Design Award gewann ihr digitaler Jahresbericht Gold in der Kategorie «Excellent Communications Design/Web». Die Preisverleihung fand am 6. Februar im Rahmen der internationalen Konsumgütermesse Ambiente in Frankfurt am Main statt. Dort wird der Award jährlich einem breiten Fachpublikum aus aller Welt präsentiert. Die Konkurrenz war gross: Insgesamt wurden mehr als 3900 Projekte aus 57 Ländern eingereicht, der Anteil internationaler Beiträge lag bei 52 Prozent. Lediglich 54 Arbeiten wurden mit der höchsten Auszeichnung «Gold» prämiert. Dass sich darunter auch der digitale Jahresbericht der Stadt Zug findet, unterstreicht die internationale Strahlkraft des Projekts. Umgesetzt wurde das preisgekrönte Format von der Zuger Agentur Norr Design in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung Kommunikation der Stadt Zug. Ziel war es, den bisherigen analogen Jahresbericht nicht einfach digital abzubilden, sondern ihn grundlegend neu zu denken.
Der digitale Jahresbericht der Stadt Zug verstehe die Website nicht nur als Informationsträger, sondern als aktives Gestaltungselement, das durch Form und Struktur neue, interaktive Erzählweisen eröffne, erklärt Norr-Geschäftsführer Stefan Fraefel. Gemeinsam mit der Stadt habe man ein multimediales Format entwickelt, das die Themen der vergangenen Jahre visuell und spielerisch erfahrbar mache. Zahlen, Fakten und Highlights aus den verschiedenen Departementen würden individuell inszeniert und so einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Tatsächlich hebt sich das Projekt deutlich von klassischen Verwaltungsberichten ab. Statt statischer PDF-Dokumente erwartet die Nutzerinnen und Nutzer eine interaktive Webplattform mit klarer Navigation, prägnanter Typografie, animierten Grafiken und einer durchdachten Dramaturgie. Inhalte lassen sich explorativ entdecken; Diagramme reagieren auf Eingaben, Kennzahlen werden visuell aufbereitet, komplexe Sachverhalte verständlich vermittelt. Der Bericht wird damit nicht nur Informationsquelle, sondern digitales Erlebnis. Die Jury des German Design Awards, bestehend aus Expertinnen und Experten aus 17 Nationen, würdigte genau diesen Ansatz. In ihrer Begründung heisst es: «Die Website überzeugt durch eine prägnante Verbindung aus klarer Struktur und eindrucksvoller Datenvisualisierung. Der digitale Jahresbericht der Stadt Zug nutzt interaktive Gestaltung, um Inhalte für unterschiedlichste Zielgruppen zugänglich und nachvollziehbar zu machen. Dieses Projekt beeindruckt mit einer stilsicheren Umsetzung, die sowohl informativ als auch ästhetisch anspruchsvoll ist.»
Gerade im öffentlichen Sektor ist eine solche Verbindung aus Transparenz, Informationsgehalt und gestalterischem Anspruch keine Selbstverständlichkeit. Der Jahresbericht dient traditionell der Rechenschaftslegung gegenüber Bevölkerung und Politik. Mit der digitalen Neuausrichtung wird diese Funktion erweitert: Der Bericht wird zu einem Instrument moderner Kommunikation, das Vertrauen schafft und die Arbeit der Verwaltung sichtbar macht. Der German Design Award gilt seit seiner Einführung im Jahr 2012 als eine der international angesehensten Auszeichnungen der Designlandschaft. Verliehen wird er vom Rat für Formgebung, der seit 1953 als deutsche Instanz für Design wirkt. Prämiert werden herausragende Arbeiten aus Produkt-, Kommunikationsund Architekturdesign. Eine Gold- Auszeichnung erhalten nur Projekte, die in ihrer Kategorie eine besonders wegweisende Qualität zeigen.
Für die Stadt Zug ist die Auszeichnung auch ein Signal nach innen und aussen. Sie zeigt, dass digitale Transformation in der öffentlichen Verwaltung nicht bei internen Prozessen endet, sondern auch die Art und Weise betrifft, wie Inhalte vermittelt werden. Der digitale Jahresbericht 2022 bildete den Auftakt des neuen Formats, es folgten die Ausgaben 2023 und 2024. Sie sind unter www.stadtzug-jahresbericht.ch abrufbar und dokumentieren die kontinuierliche Weiterentwicklung des Konzepts. Mit dem Jahresbericht 2025, der im Juni 2026 online gehen wird, soll der eingeschlagene Weg fortgesetzt werden. Die Gold-Auszeichnung dürfte dabei Ansporn und Verpflichtung zugleich sein: den eingeschlagenen Kurs weiterzuführen, gestalterisch wie inhaltlich Massstäbe zu setzen und die Kommunikation zwischen Stadt und Bevölkerung zeitgemäss zu gestalten.
Uwe Guntern
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