Zuger News
Feuerwehr Hünenberg mit Jahresrapport und Rückblick
Alex Haslimann. Foto: zvg
Der Kanton Zug gilt seit Jahren als wirtschaftliches Erfolgsmodell. Tiefe Steuern, stabile Rahmenbedingungen und eine konsequent wirtschaftsfreundliche Politik haben internationale Unternehmen und Arbeitskräfte angezogen. Das zeigt sich längst im Alltag: In Zug hört man heute nahezu alle Sprachen der Welt, insbesondere Englisch, während Deutsch im öffentlichen Raum zunehmend zur Ausnahme wird. Die Folge sind hohe Steuereinnahmen, eine tiefe Arbeitslosigkeit und ein solider Finanzhaushalt. Zug funktioniert – zumindest auf den ersten Blick.
Doch der Erfolg hat Nebenwirkungen. Mit dem wirtschaftlichen Wachstum ist auch die Zuwanderung stark gestiegen. Heute liegt der Ausländeranteil bei gut 30 Prozent. Der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund ist mit 44 Prozent nochmals höher. Damit gehört Zug zu den Kantonen mit dem höchsten Bevölkerungsanteil mit internationalem Hintergrund. Diese Entwicklung wirkt sich spürbar auf den Alltag der Bevölkerung aus. Wohnraum wird knapper und teurer, der Verkehr nimmt zu, Infrastrukturen stossen an ihre Grenzen. Gemeinden, die früher einen klaren Dorfcharakter hatten, verändern sich rasant.
Besonders umstritten ist die Integration. Viele Expats bleiben nur wenige Jahre, lernen kaum Deutsch und bewegen sich primär in internationalen Kreisen. Das ist individuell nachvollziehbar, gesellschaftlich jedoch problematisch. Wo Sprache, Vereine und lokales Engagement fehlen, entstehen Parallelstrukturen, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt schwächen. Integration ist keine Option, sondern eine Verpflichtung. Wer im Kanton Zug lebt und von Standortvorteilen profitiert, muss sich auch einbringen. Dieser Stimmungsumschwung ist bereits spürbar: Die Akzeptanz in der Bevölkerung sinkt, der politische Druck steigt. Hinzu kommt der Arbeitsmarkt. Einheimische geraten zunehmend unter Druck, weil ausländische Arbeitskräfte günstiger sind – nicht besser. Das untergräbt Löhne, Perspektiven und das Vertrauen in einen fairen Wettbewerb.
Der Kanton Zug steht vor einer Steuerungsfrage. Wachstum ist kein Selbstzweck. Nur wenn wirtschaftliche Stärke und gesellschaftliche Tragfähigkeit im Gleichgewicht bleiben, bleibt Zug langfristig erfolgreich.
Alex Haslimann
Kantonsrat SVP Risch
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