Zu guter Letzt
Bellmont kämpft sich von Cham an die Darts-Spitze
Christian Murbach findet den Ausgleich zur seiner Arbeit im Ausdauersport.
Christian Murbach übernimmt im Mai 2027 die Leitung des Kantonalen Sozialamts. Der 49-Jährige kennt die kantonalen Strukturen bereits bestens. Auf ihn warten komplexe soziale Heraus- forderungen – und ein Amt mit einem breiten Aufgabenspektrum.
Christian Murbach übernimmt im Mai 2027 die Leitung des Kantonalen Sozialamts. Der 49-Jährige kennt die kantonalen Strukturen bereits bestens. Auf ihn warten komplexe soziale Herausforderungen – und ein Amt mit einem breiten Aufgabenspektrum. Nun steht für den 49-Jährigen der nächste Schritt an: Am 1. Mai 2027 übernimmt er die Leitung des Kantonalen Sozialamts. Er folgt auf Stefan Ziegler, der in Pension geht. Als derzeitiger Leiter der grössten Abteilung des Kantonalen Sozialamts kennt Murbach seinen künftigen Arbeitsplatz bereits aus dem Inneren.
Das dürfte den Übergang erleichtern. «Ich habe den grossen Vorteil, dass ich das Kantonale Sozialamt, seine Mitarbeitenden und viele unserer Partner bereits gut kenne», sagt er. Einen radikalen Neustart plant Murbach nicht. Vielmehr will er die Zeit bis zum Amtsantritt nutzen, um noch genauer hinzuschauen.
«Bis zu meinem Amtsantritt am 1. Mai 2027 werde ich weiterhin die Abteilung Soziale Dienste Asyl leiten», erklärt er. Gleichzeitig biete ihm die Übergangszeit die Möglichkeit, sich «noch vertiefter mit den Themen und Herausforderungen der anderen Abteilungen auseinanderzusetzen». Auch den Kontakt zum heutigen Amtsleiter Stefan Ziegler wolle er in den kommenden Monaten intensivieren, sagt Murbach. Und er nennt auch gleich sein persönliches Motto für die Vorbereitung: «Mir ist im Vorfeld des Amtsantritts wichtig, gut zuzuhören und mir ein umfassendes Bild zu machen.» Gut zuzuhören sei für ihn die Voraussetzung, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Sein Ziel sei klar: gemeinsam mit den Mitarbeitenden und Partnerorganisationen das Kantonale Sozialamt erfolgreich weiterzuentwickeln.
Für die kommenden Jahre sieht Murbach dabei vor allem drei Schwerpunkte: eine enge Zusammenarbeit mit Gemeinden und Partnerorganisationen, die Weiterentwicklung des Sozialamts zu einer modernen und wirkungsorientierten Dienstleisterin sowie die langfristige Sicherung der erforderlichen Fachkompetenzen im Sozialwesen. «Die sozialen Herausforderungen werden zunehmend komplexer. Umso wichtiger ist es, dass wir flexibel bleiben, gut vernetzt arbeiten und unsere Leistungen konsequent an den Bedürfnissen der Bevölkerung und der betroffenen Menschen ausrichten», sagt er.
Das klingt weniger nach einem radikalen Kurswechsel als nach einer gezielten Weiterentwicklung. An Komplexität mangelt es dem Amt jedenfalls nicht. Die Aufgaben reichen vom Asyl- und Flüchtlingsbereich über Sozialhilfe und Existenzsicherung bis hin zu Alter und Leben mit Behinderung.
Murbach kennt damit bereits einen wichtigen Teil des Systems. Vor seinem Wechsel zum Kanton Zug war er drei Jahre Geschäftsführer des Schweizerischen Roten Kreuzes im Kanton Schwyz. Studiert hat er an der Universität Zürich, später absolvierte er an der Universität St. Gallen einen Executive MBA. Privat wohnt der künftige Sozialamtschef allerdings nicht in Zug, sondern in Zürich. Er ist verheiratet und Vater von zwei Söhnen. Den Ausgleich zur Arbeit findet er im Ausdauersport. Beruflich wird er künftig noch stärker mit den Besonderheiten des kleinen Kantons konfrontiert sein. Zug ist wirtschaftlich erfolgreich, die Steuerkraft hoch, die Wege kurz. Gerade im Sozialbereich sieht Murbach darin einen Vorteil: «Man kennt sich, der Austausch mit den Gemeinden und den verschiedenen Partnerorganisationen ist direkt und pragmatisch.» Doch Zug hat trotz seiner wirtschaftlichen Stärke soziale Baustellen. Der Wohlstand des Kantons bedeutet nicht automatisch Wohlstand für alle. Im Gegenteil: Gerade die hohen Lebenshaltungskosten können für Menschen mit wenig finanziellen Mitteln zum Problem werden. Murbach sagt es nüchtern: «Zug ist wirtschaftlich sehr erfolgreich und verfügt über gute finanzielle Rahmenbedingungen. Das bedeutet aber nicht, dass es im Kanton keine sozialen Herausforderungen gibt.»
Damit steht der zukünftige Amtsleiter vor einem durchaus spannenden Widerspruch. Zug ist einer der reichsten Kantone der Schweiz – gleichzeitig ist das Leben hier teuer. Wer wenig verdient, spürt den Unterschied besonders deutlich. Murbach sucht praktische Lösungen, was vielleicht seiner bisherigen Arbeit geschuldet ist. Wer im Asylbereich arbeitet, bekommt schnell zu spüren, dass zwischen politischen Schlagworten und den konkreten Fällen im Alltag Welten liegen können.
Als Leiter des Kantonalen Sozialamts wird er künftig nicht nur für den Asylbereich verantwortlich sein, sondern für ein breites Feld sozialer Themen. Er wird dabei auf ein Netzwerk zurückgreifen können, das er zum Teil bereits kennt. Das dürfte ihm zugutekommen, denn die grossen Fragen des Sozialwesens lassen sich nicht mit einem einzigen politischen Rezept lösen.
Der zukünftige Leiter des Kantonalen Sozialamts bringt also Erfahrung aus Verwaltung, Sozialbereich und Krisenmanagement mit. Und eine persönliche Ausgleichsstrategie, die durchaus zum neuen Job passt: Ausdauersport. Denn im Sozialwesen gilt vermutlich dasselbe wie auf langen Laufstrecken: Entscheidend ist nicht der schnelle Start. Sondern dass man unterwegs den Überblick behält.
Mohan Mani
Lade Fotos..