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Cham wird vier Wochen zur offenen Bewegungsarena
Anne Hänel. Foto: zvg
Die Schweiz stimmt am 14. Juni über zwei Vorlagen ab, die mehr miteinander zu tun haben als man auf den ersten Blick meint: über die Nachhaltigkeitsinitiative und über die Verschärfung des Zivildienstgesetzes. Die Nachhaltigkeitsinitiative will die Bevölkerung der Schweiz unter zehn Millionen halten. Sehr widersprüchlich ist dabei die Politik der SVP, besonders im Kanton Zug. Hier setzt man seit Jahren konsequent auf Wirtschaftswachstum, lockt internationale Firmen mit tiefen Steuern an und profitiert vom starken Standortwettbewerb. Dieses Modell funktioniert aber nur, weil Arbeitskräfte aus dem In- und Ausland nach Zug kommen. Und je mehr die Bevölkerung wächst, umso mehr Arbeitskräfte braucht es auch in anderen Bereichen, wie z.B. im Service, im Handwerk und eben in der Pflege. Es ist absurd, dass dieselbe politische Seite im selben Atemzug eine Begrenzung der Zuwanderung fordert. Beim verschärften Zivildienstgesetz soll der Zugang zum Zivildienst erschwert werden. Neu müssten alle Zivildienstleistenden mindestens 150 Diensttage leisten. Der Bundesrat begründet dies damit, dass der Zivildienst eine Ausnahme bleiben soll und nicht zur attraktiven Alternative zum Militär wird. Auch diese Vorlage würde den Fachkräftemangel in verschiedenen Bereichen verstärken. Bereits heute stützen sich Altersheime, Spitäler und soziale Institutionen auf zwei Gruppen, die den Personalmangel abfedern: ausländische Fachkräfte und Zivildienstleistende. Wenn beide Pfeiler gleichzeitig unter Druck geraten, entsteht eine Lücke, die sich nicht mit politischen Parolen schliessen lässt. Der Pflegenotstand ist schon heute Realität. Wer gleichzeitig die Zuwanderung begrenzen und den Zivildienst schwächen will, verschärft das Problem massiv. Politik muss auch erklären, wer am Ende die Arbeit macht. Denn eine alternde Gesellschaft braucht nicht weniger Menschen, die mitanpacken – sondern mehr. Deshalb stimme ich am 14. Juni Nein zur Änderung des Zivildienstgesetzes und Nein zur Volksinitiative «Keine 10-Millionen Schweiz!».
Anne Hänel Kantonsrätin Cham und Co-Präsidentin Alternative – die Grünen Cham
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