Jugend forscht
Jarl Braun aus Oberwil enthält für seine Maturaarbeit Gold
Zug gehört zu den wirtschaftlich dynamischsten Regionen der Schweiz und ist ein wichtiger Standort für Technologie und Innovation. Foto: RC
Die Nutzung generativer Künstlicher Intelligenz verbreitet sich in der Schweiz rasant. Neue Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen eine hohe Durchdringung in Bevölkerung und Arbeitswelt.
Die Schweiz gehört inzwischen zu den führenden Ländern in Europa bei der Nutzung generativer Künstlicher Intelligenz. Diese Technologien ermöglichen es, Texte, Bilder oder Code automatisch auf Basis von Eingaben zu erstellen und haben sich in kurzer Zeit stark verbreitet. Laut aktuellen Daten des Bundesamtes für Statistik (BFS) nutzen 47 Prozent der Schweizer Bevölkerung im Alter zwischen 16 und 74 Jahren generative KI. Damit liegt die Schweiz hinter Norwegen und Dänemark auf Rang drei in Europa und deutlich über dem Durchschnitt der Europäischen Union von 33 Prozent. Die Verbreitung erfolgte aussergewöhnlich schnell. Ergänzende Erhebungen zeigen, dass rund 76 Prozent der Erwachsenen bereits KI-Tools im Alltag einsetzen. Besonders stark ist die Nutzung bei jungen Menschen: In der Altersgruppe der 16- bis 24-Jährigen liegt der Anteil bei 79 Prozent. Ein zentraler Faktor ist die einfache Zugänglichkeit der Anwendungen. KI-Tools lassen sich ohne grosse technische Hürden nutzen und sind dadurch breit im Alltag angekommen.
Besonders auffällig ist die Nutzung im Berufsleben. Während generative KI in vielen Ländern noch vor allem privat eingesetzt wird, ist sie in der Schweiz klar in der Arbeitswelt angekommen. 73 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer setzen KI auch beruflich ein – der höchste Wert in Europa. Zum Vergleich: Im Durchschnitt der Europäischen Union liegt dieser Anteil bei 46 Prozent. Auch insgesamt ist die Durchdringung hoch: 41 Prozent der Erwerbstätigen nutzen KI direkt im Job. Besonders verbreitet ist sie in anspruchsvollen Berufen wie Wissenschaft, Technik und Management, wo die Werte bei 67 Prozent beziehungsweise 63 Prozent liegen. Damit zeigt sich, dass KI in der Schweiz längst ein fester Bestandteil moderner Arbeitsprozesse ist.
Der Kanton Zug ist ein bedeutender Wirtschaftsstandort mit einem ausgeprägten High-Tech-Cluster. Rund 14’000 Personen arbeiten in etwa 750 Unternehmen aus Industrie und Technologie. Dieser Sektor zählt zu den wichtigsten wirtschaftlichen Pfeilern der Region. Im Zentrum stehen die Entwicklung, Gestaltung und Fertigung elektronischer Produkte und Dienstleistungen. Gleichzeitig spielen Themen wie Digitalisierung, Internet der Dinge (IoT) und Künstliche Intelligenz eine zunehmende Rolle. Zug hat sich über Jahrzehnte als Standort für international tätige Unternehmen etabliert. Grossunternehmen wie Siemens mit seinem internationalen Hauptsitz für «Smart Infrastructure» in Zug unterstreichen die Bedeutung der Region als Innovationsstandort. Auch historisch hat die Industrialisierung mit Unternehmen wie Landis + Gyr die wirtschaftliche Entwicklung des Kantons geprägt. Neben etablierten Firmen ist Zug heute auch stark durch Start-ups und junge Technologieunternehmen beeinflusst. Der Kanton gilt als einer der dynamisch wachsenden Standorte für Start-ups in der Schweiz. Besonders im Bereich Deep Tech – etwa Sensorik, Robotik, Drohnen oder neue Materialien – entstehen zahlreiche Unternehmen. Dieses Umfeld wird durch ein enges Netzwerk aus Wirtschaft, Forschung und Bildung gestützt. Institutionen wie die Hochschule Luzern (HSLU), der Innovation Park Central Switzerland oder das Technologieforum Zug fördern den Austausch zwischen Unternehmen und Forschung. Damit entsteht ein innovationsgetriebenes Ökosystem, das sich besonders gut für daten- und technologieintensive Entwicklungen eignet. Dieses Umfeld bietet grundsätzlich gute Voraussetzungen für technologie- und datengetriebene Entwicklungen, zu denen auch Künstliche Intelligenz zählt.
Die Nutzung von KI ist nicht überall gleich verteilt. In städtischen Gebieten liegt der Anteil bei 52 Prozent in der Schweiz, während er in ländlichen Regionen der Schweiz «nur» bei 36 Prozent liegt. Zudem zeigt sich eine digitale Kluft. Zwar nutzen diejenigen, die KI einmal eingeführt haben, diese sehr regelmässig. So wird bei über 70 Prozent während arbeiten wöchentlich oder täglich darauf zurückgegriffen. Doch der Zugang bleibt für gewisse Bevölkerungsgruppen weiterhin eine Hürde. Die Schweiz gehört im europäischen Vergleich zu den Ländern mit der stärksten Nutzung generativer Künstlicher Intelligenz. Besonders im Berufsalltag ist die Technologie bereits fest verankert. Der Kanton Zug steht dabei exemplarisch für einen innovationsstarken Wirtschaftsraum, in dem internationale Unternehmen, High- Tech-Industrie und Start-up-Strukturen aufeinandertreffen. Dieses Milieu schafft günstige Bedingungen für technologiegetriebene Entwicklungen, zu denen auch Künstliche Intelligenz zunehmend zählt und die Menschen im Alltag begleitet. Gleichzeitig bleibt die Herausforderung bestehen, den Zugang zur Technologie breit in der Gesellschaft zu verankern, um die digitale Entwicklung langfristig ausgewogen zu gestalten.
Michael Schwegler
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