Jugend forscht
Jarl Braun aus Oberwil enthält für seine Maturaarbeit Gold
Thomas Meierhans. Foto: zvg
Endlich geht es vorwärts mit den grossen Bebauungsplänen im Kanton Zug, wo dringend gebrauchter Wohnraum entstehen soll. Als Beispiele nenne ich die neu bewilligten Bebauungspläne Unterfeld in Baar mit 400 Wohnungen oder die Äussere Lorzenallmend in der Stadt Zug mit bis zu 1500 Wohnungen. Das tönt im ersten Moment nach Entspannung am Wohnungsmarkt, denn von den heute existierenden 62'500 Wohneinheiten sind im Kanton Zug lediglich 0,4 Prozent leer. Doch bei mir ist die Freude nur von kurzer Dauer. Zusammen mit den geplanten Wohnungen sollen im Unterfeld 1000 neue Arbeitsplätze und in der Äusseren Lorzenallmend Platz für 3000 Beschäftigte entstehen. Diese Rechnung geht nicht auf! Will nur ein Bruchteil dieser zukünftigen Beschäftigten auch im Kanton Zug wohnen, wird der Wohnraum noch knapper. Bereits heute hat der Kanton Zug mehr Beschäftigte als Einwohner. Kein Wunder, haben wir immer grösser werdende Pendlerströme. Der Regierungsrat will schneller mehr Wohnraum schaffen und hat deshalb eine Wohnstrategie verabschiedet. Diese ist aus meiner Sicht zahnlos und sieht leider keine Reduktion der Arbeitszonen zu Gunsten von mehr Wohnraum vor. Der wirtschaftliche Erfolg zählt mehr. Lieber präsentiert man mit Stolz einen Überschuss von 400 Millionen Franken und führt aus, dass damit Mehrwert für einen wettbewerbsstarken, bürgernahen und leistungsfähigen Kanton entstehe. Doch wenn der Kanton Zug bald nur noch Arbeitsplätze und keine Einwohner mehr hat: Für wen soll dann der Mehrwert sein? Ja, Zug geht es gut – und dies auch dank der vielen Arbeitsplätze. Doch geht es auch den Einwohnerinnen und Einwohner gut, die hier noch leben? Sicher profitieren die weniger Verdienenden durch gute Rahmenbedingungen sowie staatliche Unterstützungen, und Wohlhabende schätzen die attraktiven Steuerbedingungen. Wer immer mehr unter die Räder gelangt ist der Mittelstand. Das Rückgrat unserer Gesellschaft verdient zu viel für eine Sozialwohnung und zu wenig für eine Wohnung auf dem freien Markt. Glauben wir an die freie Marktwirtschaft, kann nur ein grösseres Angebot an Wohnungen die Preise im Schach behalten. Deshalb müssen wir unsere Arbeitszonen zu Gunsten von mehr Wohnraum verkleinern. Mehr Arbeitsplätze als Einwohner sind auf Dauer nicht gesund für den Kanton Zug.
Thomas Meierhans Kantonsrat Die Mitte Steinhausen
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