Jugend forscht
Jarl Braun aus Oberwil enthält für seine Maturaarbeit Gold
Luzian Franzini. Foto: zvg
Der Kanton Zug hat ein massives Problem. Mit den schweizweit höchsten Durchschnittsmieten und einer verschwindend geringen Leerwohnungsquote von nur 0,39 Prozent ist der Wohnungsmarkt für viele zur Zerreissprobe geworden. Allein seit 2017 sind die Mieten um über 30 Prozent explodiert. Diese Mietpreise werden dann zum Problem, wenn man die Wohnung aufgrund einer Sanierung verlassen muss. Ein entscheidender Treiber dieser Entwicklung sind renditegetriebene Luxussanierungen, die oft nur als Vorwand dienen, um langjährige Mieterinnen und Mieter loszuwerden und die Mieten massiv zu erhöhen. Das schockierende Ausmass dieser Praxis zeigt sich am Beispiel der Waldheimstrasse, wo nach einer Sanierung der Mietzins für eine Viereinhalbzimmerwohnung von 2070 Franken inklusive Nebenkosten auf 4300 Franken ohne Nebenkosten katapultiert wurde – mehr als eine Verdoppelung. Solche Fälle sind keine Seltenheit und ein entscheidender Grund dafür, dass jedes Jahr rund 3600 Zugerinnen und Zuger dem Kanton den Rücken kehren müssen, weil sie sich das Wohnen hier schlicht nicht mehr leisten können. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer, der zeigt, dass Gegenwehr wirkt. Im Hertizentrum konnten kürzlich 68 geplante Leerkündigungen gestoppt werden. Die Eigentümerinnen, darunter die kantonale Pensionskasse, wollten für eine Totalsanierung reinen Tisch machen. Nur dank massivem öffentlichem Druck und einem entscheidenden Veto der Korporation Zug, der das Land gehört, wurde das Vorhaben abgeblasen. Dieser Erfolg beweist, dass zivilgesellschaftliches Engagement einen Unterschied machen kann. Er macht aber auch deutlich, wie dringend wir strukturelle Lösungen benötigen, damit nicht jeder Fall zu einem öffentlichen Kampf werden muss. Um dieser Verdrängungsspirale Einhalt zu gebieten, braucht es entschlossenes politisches Handeln. So könnte beispielsweise eine kantonale Meldepflicht für Leerkündigungen und die Schaffung einer Stelle, welche betroffene Mieter berät und bei der Wohnungssuche hilft massiv helfen. Es ist an der Zeit, dem Mietenwahnsinn einen Riegel zu schieben und dafür zu sorgen, dass Zug für alle ein Zuhause bleiben kann.
Luzian Franzini Kantonsrat und Präsident Alternative-die Grünen Zug
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