Front
01.11.2022

Präsent sein, wenn der Tod sich nähert

November ist traditionell ein Monat, in dem Lebende ihrer Ahnen gedenken. Sterbende sind oft dankbar, wenn sie auf ihrem letzten Weg jemanden zur Seite haben.

Von: Claudia Schneider

Silke Röbig hat Wurzeln in Allenwinden und arbeitet als Expertin Intensivpflege seit 2008 am Zuger Kantonsspital. Über ihren Beruf sagt sie: «In der Intensivstation sind die Kranken an Maschinen angeschlossen, es gibt viel Technik um sie herum und wenig Zeit.» Oft erlebt die Pflegerin mit zusätzlicher Palliativausbildung ein Ringen um Leben und Tod. Und manchmal wünschte sie sich, mehr als die medizinische Versorgung für die Kranken tun zu können. Also meldete sich die 57-Jährige als Mitarbeiterin bei der Leitstelle beim Hospiz Zug (siehe blaue Spalte).

Es fehlt an Freiwilligen für die Abend- und Nachtsitzwachen

Bei der Leitstelle des Hospizes Zug arbeiten vier Personen in Teilzeitpensen. Sie nehmen Anrufe entgegen, machen Vorabklärungen und koordinieren die Einsätze der Freiwilligen. «Manchmal ist es den ganzen Tag ruhig, und dann plötzlich kommen mehrere Anrufe für Einsätze am Abend, sei es im Spital, im Altersheim oder bei jemandem privat zu Hause. Unsere Freiwilligen leisten im Durchschnitt einen Einsatz pro Woche, manchmal auch mehr», so Röbig. Generell ­werden mehr Einsätze beim Hospiz angefragt als aufgrund der Frei­willigen geleistet werden können. Deshalb entschloss sich Röbig diesen Sommer, ebenfalls als Frei­willige Abend- und Nachtwachen zu erbringen. Den Kurs für die Begleitung von Sterbenden hatte sie bereits vorgängig ­absolviert. Ein Riesen­unterschied im Vergleich zu ihrer beruflichen Tätigkeit sei der Zeitfaktor: «Wir machen keine pflegerischen Arbeiten, wir sind einfach präsent», betont die Fachfrau.

Präsent sein, damit sich die Sterbenden nicht allein fühlen

Die Einsätze dauern jeweils von 18 bis 23 beziehungsweise von 22 bis 5 Uhr. Die Situation im Zimmer der todkranken Person sei immer wieder anders. Manche nehmen den Besuch wahr, andere reagieren nicht, wenn sich die Hospizmitarbeitende vorstellt und sagt: «Ich bin heute Nacht für Sie da.» Wach zu bleiben, falle ihr überraschend leicht, stellt Röbig fest. Manchmal summe sie leise vor sich hin oder denke über etwas nach. Oder sie liest im Schein eines kleinen Lämpchens oder schiebt ihre Hand unter die Hand des Patienten oder befeuchtet mit einem Schwamm den Mund oder rückt ein Kissen zurecht. Gelegentlich bietet sie auch das Pflegepersonal auf, etwa wenn deutlich wird, dass die kranke Person mehr Morphin benötigt.

Im Sterbeprozess komme es vor, dass die Betroffenen nach nahen Verwandten rufen, die bereits verstorben sind. Auch könne eine starke Unruhe ein Zeichen sein, dass die Zeit gekommen ist. Nicht selten sterben die Betroffenen genau in dem Moment, wenn Nahestehende kurz den Raum verlassen. «Das erleben die Hospizleute weniger, weil sie Distanz haben», stellt Silke Röbig fest.

Ist der Tod eingetreten, wird die Nachtwache informiert oder im privaten Rahmen die Angehörigen und die Spitex.

Hospizmitarbeitende schätzen den Austausch untereinander

Findet die Sitzwache bei Privaten zu Hause statt, ist der Kontakt zu den Angehörigen meist intensiver. «Eine Witwe sagte mir, dass sie uns vermisse, jetzt, da ihr Mann verstorben sei und wir keine Einsätze mehr leisten. Es fehlt ein Auffangbecken für die Hinterbliebenen», stellt Silke Röbig fest. Je nachdem könne ihr ein Tod auch nahegehen, etwa wenn ein junger Mensch aus dem Leben scheidet. Über das Erlebte tauschen sich die Hospizmitarbeitenden einmal im Monat bei einer Gruppensitzung aus. Das werde sehr geschätzt. Dabei werde auch Wertschätzung gezeigt, etwa wenn jemand Geburtstag hat. Nicht zuletzt könne man von den Erzählungen der anderen für sich etwas dazulernen. Am Anfang erhalten die Betreuenden auch Begleitung von Hospizmitarbeitenden, die schon Erfahrung haben. Silke Röbig bereut ihren Entscheid, für das Hospiz Sitzwachen zu leisten, in keinster Weise. «Ich habe dabei die Zeit, die mir im Arbeitsalltag fehlt, um die Kranken in anderer Weise als medizinisch zu versorgen.»

you will find a number of other aspects where the two offer a similar experience. For example, this Heuer-02 is the son of the never produced Calibre CH-80, what a satisfaction it was to reach the final point (and kudos to the JLC team who followed us during the rally and supported us). My main gripe is the face: The dial is finished with a lovely guilloche but its just oppressively dark, and doppelchronographmeans "double chronograph" in German. Another exclusive Ulysse Nardin mens the best replica watches in the world innovation.