Baar
19.09.2022

Das Rednerpult wurde rege genutzt

Ab Sommer 2023 gibt es im Höllwald eine Waldschule. Dies beschlossen die 141 Stimmberechtigten an der Einwohnergemeindeversammlung am Donnerstagabend.

Von: Florian Hofer

Alle Schülerinnen und Schüler – vom Kindergarten bis zur Oberstufe – aus Baar sollen dann in den Genuss dieser neuen Einrichtung kommen. Sie ist in einem Gebäude der Korporation Baar-Dorf in einem ehemaligen Munitionsdepot aus dem Zweiten Weltkrieg im Naherholungsgebiet Lorze untergebracht. Die Kosten belaufen sich auf 553 000 Franken, wobei die Schulen Baar Eigenleistungen in Höhe von 73 000 Franken erbringen und zudem 150 000 Franken aus der Altpapiersammelkasse der Schulen entnommen werden sollen. Bleiben also 330 000 Franken für die Gemeindekasse. Später kommen jährliche Betriebskosten von 8000 Franken und ein jährlicher Pachtzins von 12 000 Franken dazu.

Schüler und Schülerinnensollen auch selbst mit anpacken

Zu diesem Vorhaben, das einen hohen pädagogischen Nutzen hat, hatten Vertreter mehrerer Parteien zahlreiche Fragen. So erkundigte sich Florian Erni von der ALG nach rollstuhlfähigen Zugängen und Toiletten und beantragte, die Eigenleistung der Schulen Baar nicht in Anspruch zu nehmen. Zur Rollstuhlfähigkeit sagte Bauchef Jost Arnold, diese werde auf jeden Fall gewährleistet. Die Eigenleistung der Schüler, die dereinst einige Umgebungs- und Renovierungsarbeiten übernehmen sollen, wurde jedoch von der Versammlung beibehalten.

Martin Zimmermann von der GLP sagte, er empfinde den Pachtzins als relativ hoch. Diesen Einwand konterte Gemeinderätin Sonja Zeberg und bezeichnete den Pachtzins als «gerechtfertigt». Zur von anderer Seite kritisierten langen Laufdauer von 30 Jahren erklärte sie, dass es nach 10 Jahren eine Option zur Auflösung gebe. «Was wir nicht hoffen.» Gaby Billing von der Schulkommission hatte nur gute Argumente für den Antrag der Gemeinde: «Er ist mit der grössten Sorgfalt geplant worden. Unsere Kinder verbringen immer mehr Zeit mit den digitalen Geräten. Der Ausgleich im Wald ist dazu ein gutes Angebot», sagte sie. Die Versammlung stimmte Ja mit vereinzelten Gegenstimmen.

Wenn Bauland wertvoller wird, muss man eine Abgabe zahlen

Wenn Grundstücke aufgrund von Bebauungsplänen oder Um- und Aufzonungen an Wert gewinnen, müssen deren Besitzer zukünftig ab einem gewissen Schwellenwert 20 Prozent Mehrwertabgabe bezahlen. Das ist eine Forderung aus dem eidgenössischen Raumplanungsgesetz. Dabei gibt es jedoch noch ein paar Ausnahmen, nämlich die Baugebiete Unterfeld, Rigistrasse Inwil, Marktgasse-Rigistrasse und die Spinni-Umzonung. «Mir stehen die Haare zu Berge angesichts dieser Vorlage», sagte dazu Jan Blattmann (FDP). Und weiter: «Gut, dass diese Ausnahmen beschlossen worden sind.» Dennoch plädierte auch er für eine Zustimmung. Die Zustimmung der Baarer kam ohne Gegenstimmen.

Gewerbestrategie: Die Gemeinde soll auch handeln

Behandelt wurde auch eine Motion der FDP Baar, die eine langfristige Gewerbestrategie im Dorf fordert. Die war an sich unbestritten und wurde auch ohne Gegenstimme für erheblich erklärt, dennoch äusserte der Mitte-Politiker ­Vital Hotz Bedenken: «Wir begrüssen zwar die Unterstützung der Gemeinde für das Gewerbe, wir haben aber Angst, dass diese Strategie zu einem Papiertiger wird.» Man erhoffe sich jedenfalls ein dauerhaftes konkretes Handeln der Gemeinde. Die FDP zeigte sich in einer Medienmitteilung anderntags glücklich: «Wir sind sehr froh darüber, dass die Wichtigkeit des lokalen Gewerbes erkannt und ­deren Bedürfnisse anerkennt werden», so Parteipräsident Michael Arnold.

Dem Baarer Gewerbefehlen viele Lehrlinge

Eine Interpellation der Partei die Mitte zur Situation der Tagesschulen und Angebote für die familienergänzende Kinderbetreuung wurde zum Schluss noch ausführlich behandelt. Die Gemeinde legte umfangreiches Zahlenmaterial vor. Hans Küng (SVP) ­betonte in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung des dualen Bildungssystems. «Zu viele gehen aufs Gymnasium.» Diese Schüler fehlten dann in den Gewerbebetrieben als Lehrlinge. Gemeinderätin Sylvia Binzegger schlug mit ihrem abschliessenden Votum den Bogen zum ersten Thema: «Die Waldschule bietet eine gute Chance, den Wert des Handwerks zu erkennen.»

Kurzprotokoll

Anwesend: 141 Stimmberechtigte und 9 Gäste.

Waldschule im alten Munitionsdepot der Korporation Baar-Dorf: Die Nettoinvestitionen von 330 000 Franken werden grossmehrheitlich bewilligt.

Teilrevision der Bauordnung, Einführung einer Mehrwertabgabe: einstimmig genehmigt.

Motion der FDP betreffend «langfristige Gewerbestrategie»: im Sinne der Ausführungen des Gemeinderates einstimmig erheblich erklärt.

Interpellation der Mitte: Von der Beantwortung zum Stand Einführung Tagesschulen und weiterer Angebote für die familienergänzende Betreuung von Kindern wird Kenntnis genommen. csc

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