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12.09.2022

Räume bestehen aus mehr als Infrastruktur

Thomas Kost (von links), Simone Daepp und Berty Zeiter haben Spass auf den Hoppla-Gerätschaften. Während 
des Fotoshootings tauchen Passanten in der Szene auf und kommen ins Gespräch – dies entspricht unter anderem 
dem Zweck der Installation. Bild: Claudia Schneider

Thomas Kost (von links), Simone Daepp und Berty Zeiter haben Spass auf den Hoppla-Gerätschaften. Während

Begegnungen finden in Räumen statt. Diese gilt es auch sozial zu gestalten. Die Verwaltung will einen Beitrag dazu leisten.

Von: Claudia Schneider

«Unsere Abteilung ist in einem Veränderungsprozess», sagt Simone Daepp. «Neben dem Sozialdienst gibt es neu den Bereich Gesellschaft. Das ist gut so, weil es eine neue Gewichtung gibt», führt die Leiterin der gemeindlichen Abteilung Soziales/Gesellschaft aus.

Begegnungen und Aktivitäten im öffentlich-sozialen Raum

Thomas Kost ist seit Anfang Jahr zuständig für den neu geschaffenen Bereich Gesellschaft. Neu gehört auch die Fachstelle Kind und Jugend dazu (vorher Präsidiales/Kultur). Mit dem Wechsel einhergeht eine Analyse dessen, welche Angebote sich bewähren, was es noch braucht und welche Synergien möglich sind. Ein Stichwort dabei ist das Gemeinwesen. Was kann man sich darunter vorstellen?

«Generell geht es darum, dass sich die Leute wieder mehr begegnen und sich gegenseitig unterstützen», erklärt Kost. Die Gemeinde will dazu beitragen, dass sich die Bevölkerung im öffentlichen Raum trifft und sich dabei wohlfühlt. Ein Beispiel dafür ist der Hopp-la-­Parcours, der Begegnungen zwischen Jung und Alt auf spielerische Art zulässt. Oder der Hopp-la-Plausch, ein generationenübergreifendes, kostenloses und lustvolles Bewegungs- und Begegnungsangebot, das jeweils am Donnerstag von 14.10 bis 15 Uhr auf der Wiese vor dem Schwesternhaus stattfindet. Oder die Begleitung von neu zugezogenen Personen durch eine bereits integrierte Schlüsselperson aus dem entsprechenden Kulturkreis. «Wir schätzen, dass auch andere Akteure den Gedanken des Gemeinwesens fördern, wie zum Beispiel das neue Apfelbaumgärtli der Pfarrei St. Martin zeigt», lobt Sozialvorsteherin Berty Zeiter.

Dennoch sei die Frage erlaubt, wozu es solche Projekte überhaupt brauche. «Nach ­alten Werten und Normen ist das Gemeinwesen Privatsache, aber so funktioniert die Gesellschaft heute nicht mehr», argumentiert Simone Daepp. «Es stellt sich die Frage, was es braucht, um die sozialen Strukturen zu stärken, und was dabei Aufgabe der öffentlichen Hand ist.» «In Baar leisten wir verwaltungsintern seit Jahren Aufklärungsarbeit, aber erst die Strategie «Wohnen im Alter» (WIA) hat überzeugt, dass es ohne Gemeinwesenarbeit nicht geht», so Berty Zeiter – denn Wohnen in den eigenen vier Wänden, so lange wie möglich, funktioniert nur, wenn neben dem notwendigen Wohnraum auch Hilfestellungen wie zum Beispiel Unterstützung beim Einkaufen oder andere Dienstleistungen erbracht werden.

Begegnungen und Aktivitäten im öffentlich-sozialen Raum

Cham ist eine Zuger Gemeinde, die im Bereich Gemein­wesen längst sehr erfolgreich unterwegs ist. So arbeitet sie beispielsweise mit der Organisation Kiss zusammen, die eine gut funktionierende Nachbarschaftshilfe gewährleistet. Aktuell stehen in Baar Entscheidungen für Massnahmen zur Umsetzung der WIA-Strategie und bei der Fachstelle Kind und Jugend kurz vor der Verabschiedung.

Thomas Kost hat sich zum Ziel gesetzt, im aktuellen Jahr eine Gesamtschau über die gemeindlichen sozialräumlichen Massnahmen fertigzustellen. Erfreut sind alle in der Abteilung Soziales/Gesellschaft, dass bei der Neuausrichtung abteilungsübergreifend gearbeitet wird. «Es ist erklärtes Ziel der Verwaltung, weg vom Gärtchendenken zu kommen. Wir machen sehr gute Fortschritte, denn zahlreiche Projekte werden nun durch mehrere Abteilungen umgesetzt und getragen», sagt Berty Zeiter. Man könne sich das Vorgehen ein bisschen vorstellen wie für die Ortsplanungsrevision, erklärt Simone Daepp. Diese orientiere sich am Baulichen und lege fest, wie sich Baar weiterentwickeln soll. «Wir machen dasselbe, wir analysieren und planen die Gestaltung des Sozialraums. Vielen ist noch nicht bewusst, dass man auch dafür schauen muss.» Obschon: Negative Beispiele für Auswüchse an Orten, wo die Gestaltung des Sozialraums vernachlässigt wird, gibt es regelmässig, aktuell aus ­kleineren und grösseren Orten in Schweden und als Klassiker aus den Banlieues von Paris.

Baar, mag man einwerfen, ist fern von solchen Zuständen. Baar ist reich, die sozialen Probleme sind wenig sichtbar. Stimmt, sagt Simone Daepp, in Basel beispielsweise würde niemand die Frage stellen, ob es Obdachlosigkeit gebe. Dass es das auch in Baar gibt, werde hingegen noch kaum wahrgenommen. «Wichtig ist, dass wir einen Konsens finden zwischen dem, was wirklich einem Bedürfnis der Bevölkerung entspricht, und dem, was der politische Wille zulässt», so Berty Zeiter.

Neue Struktur

2020 führte die Abteilung Soziales/Gesellschaft eine externe Analyse durch. Diese zeigte, dass die Abteilung mit ihren Dienstleistungen grundsätzlich gut aufgestellt ist; Optimierungen seien möglich bei den Abläufen und Schnittstellen. Speziell im gesellschaftlichen Bereich könnten Themen noch besser zusammengeführt werden. In der Folge hat sich die Abteilung unter der Leitung von Sozialvorsteherin Berty Zeiter und Abteilungsleiterin Simone Daepp eine neue Struktur gegeben. Aktuell präsentiert sie sich wie folgt:

Gesellschaft:

(Leitung Thomas Kost)

•Fachstelle familiener-gänzende Betreuung

•Fachstelle Gesundheit und Alter

•Fachstelle Kind und Jugend

•Pflegefinanzierung

•Aufsicht und Subventionierung Kinderbetreuung

•Integrationsprojekte

•Anlaufstelle/Beratung

•Grundlagenerarbeitung gesellschaftliche Entwicklung

•Projekte/Angebote

Sozialdienst

(Leitung Beat Furrer):

•Sozialhilfe

•Alimentenbevorschussung

•Darlehen

•Soziale und berufliche Integration

•Budgetverwaltung

•persönliche Hilfe

•freiwilliger Kinderschutz

•fachliche Beratung Schulsozialdienst

Sekretariat:

(Leitung Mirjam Pfister) csc

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