Baar
12.09.2022

Von Tücken und Chancen

Verkehrsplanerin Ulrike Huwer berichtet von verschiedenen Tempo-30-Projekten aus Zug, Zürich und Köniz.Bild: Ingrid Hieronymi

Verkehrsplanerin Ulrike Huwer berichtet von verschiedenen Tempo-30-Projekten aus Zug, Zürich und Köniz.Bild: Ingrid Hieronymi

Wie andernorts wird das Thema Temporeduktion auch in Baar kontrovers diskutiert. Dies erst recht, wenn der Verkehr auf Hauptstrassen entschleunigt werden soll.

Von: Ingrid Hieronymi

Rund 40 Personen aus Kommissionen, Verwaltung und kantonalen Fachstellen leisteten kürzlich der Einladung des Gemeinderats Folge, um sich im Gemeindesaal Baar ein ­Referat der promovierten Verkehrsplanerin Ulrike Huwer anzuhören. Im Mittelpunkt stand ein Forschungsprojekt der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften, das sich mit der Umsetzung von Tempo-30-Massnahmen befasst.

Tempo 30 – das ist ein emotionsgeladenes Thema

In seiner Begrüssung wies Gemeinderat Jost Arnold darauf hin, dass bei Tempo 30 die Emotionen hochgehen. ­Wegen des Bevölkerungswachstums in Baar sei die Beschäftigung mit dem Thema unumgänglich. «Die Auseinandersetzung mit den Ergebnissen des Forschungsprojekts soll dazu beitragen, die Diskussion zu versachlichen», so Arnold. Es gelte, die Wirkungen von Tempo-30-Projekten in anderen Gemeinden zu analysieren und auf die hiesige Situation umzulegen.

Hauptverkehrsstrassensind nicht tabu

Ulrike Huwer weist darauf hin, dass gemäss Bundes­gericht Tempo 30 auch auf Hauptverkehrsstrassen möglich sei. Es müsse jedoch nachgewiesen werden, dass das Vorhaben notwendig, verhältnismässig und zumutbar sei. Dies sei gegeben, wenn ein neues Temporegime zu deutlich weniger Unfällen sowie Lärm- und Schadstoffimmissionen führe. Als Beispiel erwähnt Huwer zwei Projekte, welche in der Gemeinde Köniz und in der Strasse Am Wasser in der Stadt Zürich realisiert wurden. In Köniz seien die Unfallzahlen um 35 Prozent und Am Wasser gar um 62 Prozent zurückgegangen. «Dies konnte mit einer blossen Beschilderung, ohne bauliche Massnahmen erreicht werden», so Huwer.

So wirkungsvoll die Umsetzung von Tempo-30-Projekten auch ist, stellt ein solches ­Projekt Planer nicht selten vor grosse Herausforderungen. So gelte es zum Beispiel, den für Busse und andere öffentliche Verkehrsmittel entstehenden Zeitverlust zu kompensieren und die Mehrkosten zu ­minimieren.

Zug hat schon positive Erfahrungen gemacht

Erfahrungsgemäss gelinge es praktisch überall, die Geschwindigkeit nach Einführung von Tempo 30 dauerhaft tief zu halten. «Entgegen gewissen Befürchtungen, entwickelt sich auch kein wesentlicher Ausweichverkehr», so Huwer. «Bauliche Massnahmen sind keine Voraussetzung für die Einführung von Tempo 30», ergänzt sie bezüglich Kosten. Auch in der Stadt Zug gab es bereits 2017 einen ersten erfolgreichen Versuch mit der Einführung von Tempo 30 an der Grabenstrasse. Im Jahr 2020 wurde das Temporegime an der Grabenstrasse, der Ägeristrasse und der Neugasse definitiv eingeführt.

In der folgenden Diskussion wird von einem Teilnehmer beanstandet, dass bauliche Massnahmen viel kosten und nichts bringen – ausser Unruhe in die Bevölkerung. Ein jüngerer Teilnehmer stört sich daran, dass bezüglich Einführung von Tempo 30 keine verhaltenspsychologischen Studien gemacht worden seien. «Es ist nichts anderes, als Paracetamol geben», moniert er, falls das Verhalten nicht nachhaltig verändert werde.

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