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27.06.2022

«Dieses Bad hat Generationen geprägt»

Am vergangenen Wochenende wurde – überschattet vom tödlichen Badeunfall eines vierjährigen Mädchens – Geburtstag gefeiert.

Von: Marcus Weiss

«Es gab lange und intensive Diskussionen darüber, ob man angesichts der tragischen ­Umstände dieses Fest überhaupt durchführen soll», sagte Gemeinderätin Sonja Zeberg-Langenegger in ihrer An­sprache am Samstagvormittag im Schwimmbad Lättich. Erst am Donnerstag war bekannt geworden, dass das vierjährige Mädchen, das neun Tage zuvor im Freibadbereich einen Badeunfall erlitten hatte, an den ­Folgen verstorben ist. Da aber das «Lättich» während eines halben Jahrhunderts Generationen von Baarerinnen und Baarern in ihrem Aufwachsen begleitet und unzähligen ­Kindern und Erwachsenen das Schwimmenlernen ermöglicht hat, gebühre der Anlage trotz dieses traurigen Tiefpunkts eine Würdigung. Nach einer Gedenkminute für das verstorbene Mädchen blendete die ­Vizegemeindepräsidentin in die Anfangszeit des Hallen- und Freibads zurück.

Die weitsichtige Planung von einst zahlt sich bis heute aus

«Damals hatten ein paar Persönlichkeiten eine Vision, die Gestalt angenommen hat und uns bis heute einen grossen Mehrwert bietet», bilanzierte sie. Es gehe nicht nur um Spiel und Spass, sondern vor allem auch darum, den Menschen das Element Wasser näherzubringen, so Zeberg. Auftritt und Logo des «Lättich» sind zum Jubiläum modernisiert worden. Und auch das neue Tenü der Badmeister signalisiere, dass man nicht stehen bleiben, ­sondern sich ständig weiterentwickeln wolle. «Die Gebäude wurden letztmals im Jahr 1996 saniert, auch dies wird in den nächsten Jahren wieder fällig werden, es braucht bei dieser Art von Infrastruktur stets eine langfristige Planung», betonte die Vorsteherin des Ressorts Liegenschaften / Sport. Gemeindearchivar Philippe Bart stellte im Anschluss die Stelen-Ausstellung vor, die im Aussenbereich des Schwimmbades die spannende Geschichte des ­Lättich mit historischen Fotos und kompakten Texten von Silvan Meier erlebbar macht. «In einer Badi erwartet man keine langen schriftlichen Abhandlungen, ich habe deshalb beim Heraussuchen des Archivmaterials den Schwerpunkt auf die Sprache der Bilder gelegt», ­erklärte Bart. Da man niemanden auslassen möchte, sei der Fokus dabei bewusst nicht auf Personen gerichtet.

Einblicke in den Kosmos der technischen Anlagen

Der Gemeindearchivar machte auch deutlich, dass es schon lange vor der Erbauung des Lättich immer wieder Anläufe gegeben habe, in Baar ein Schwimmbad zu realisieren. «Die Planungsgeschichte geht eigentlich schon 130 Jahre ­zurück, sie begann in der Zeit der Industrialisierung», resümierte der Archivar. Die Pläne seien immer wieder versandet, bis man im Lättich in den 1960er-Jahren einen grossen Sportcampus projektierte, von dem dann das Schwimmbad tatsächlich umgesetzt wurde. Das Schulschwimmen sei ein wichtiger Grund für die Erstellung gewesen. Neben zahlreichen anderen Aktivitäten und Attraktionen wurden am Jubiläumswochenende auch Führungen durch die Technik des Schwimmbades angeboten. Dabei wurde auf eindrückliche Weise sichtbar, wie viel Aufwand der Betrieb eines solchen Bades für die Mitarbeitenden bedeutet. Wer sich dabei etwa von Chefbademeisterin Karin Schmid-Gut die unzähligen Anlagen und ihre Funktionsweise erklären liess, wird ein solches Schwimmbad künftig wohl mit anderen Augen ­betrachten, auch im Hinblick auf die Investitionen, die in nicht allzu ferner Zukunft ­wieder notwendig sein werden.

50 Jahre Lättich

Am Samstag, 1. Juli 1972, ging für viele Baarerinnen und Baarer ein Traum in Erfüllung. Nach über zehn­jähriger Planungszeit konnte das Hallen- und Freibad Lättich eingeweiht werden – wenn auch das Bad etwas bescheidener ausfiel als ursprünglich geplant.

So standen 1961 Pläne im Raum, im Lättich einen grossen Sportcampus inklusive Kunsteisbahn zu realisieren. Und während der Bauzeit vom 21. Oktober 1969 bis im Sommer 1972 wurde der zehn Meter hoch geplante Sprungturm in der Höhe halbiert, um Kosten einzu­sparen. Trotzdem war das Bad mit 9 Millionen Franken einiges teurer als die budgetierten 6,1 Millionen. Die Freude über die eigene Badi, die seit dem Jahr 1893 (!) als Idee immer wieder herumgeisterte, überwog den Ärger über die Mehrkosten aber bei weitem. «Wir sind bis heute stolz auf unser Bad», betont Gemeinderätin Sonja Zeberg-Langenegger. «Das Lättich ist weit über die Gemeinde­grenzen hinaus ein Anziehungspunkt.» Pünktlich auf das 50-Jahr-Jubiläum konnte der Besuchermagnet nochmals an Attraktivität zulegen: Der Kinder- und Familienbereich wurde neugestaltet, die alte Grillstelle wurde durch neue Grillplätze ersetzt, die Spielwiese im Norden des Areals wurde besser an das Bad angebunden und mit einem Beachvolleyballfeld aufgewertet. pc

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