Baar
25.10.2021

Noch mehr Investitionen geplant

«Heiter, mit ein paar Wolken am Horizont.» So sieht Finanzchef Pirmin Andermatt die finanzielle Lage der Gemeinde.Archivbild: Claudia Schneider

«Heiter, mit ein paar Wolken am Horizont.» So sieht Finanzchef Pirmin Andermatt die finanzielle Lage der Gemeinde.Archivbild: Claudia Schneider

Die Einwohnergemeinde rechnet nächstes Jahr mit einem für Baar kleinen Überschuss von 1,9 Millionen Franken. Die Steuern sollen bleiben, wie sie sind. Bei 53 Prozent.

Von: Florian Hofer

Obwohl in den nächsten Jahren in Baar rekordhohe Inves­titionen anstehen, kommt Finanzchef Pirmin Andermatt (CVP) beim Budgetieren auf diesen Überschuss. Grund zur Zuversicht geben die Steuererträge der natürlichen Personen. «Wir dürfen feststellen, dass die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler mit hohem Steuersubstrat in Baar von den Covid-19-Auswirkungen nicht betroffen sind», sagt Gemeinderat Pirmin Andermatt. Die Steuererträge der natürlichen Personen sind im Budget 2022 mit 57,1 Millionen Franken budgetiert. Das sind 6,7 Millionen Franken mehr noch als im Budget 2021, das allerdings übertroffen wird (siehe Kasten).

Wegzüge und Fusionenkosten Steuersubstrat

Die Steuererträge der juristischen Personen bewegen sich im Rahmen der Prognosen. Diese sahen bereits letztes Jahr nicht so rosig aus. ­Infolge von Wegzügen und Fusionen verlor die Gemeinde Baar Steuererträge von weit über 10 Millionen Franken. Fürs Jahr 2022 werden Einnahmen in der Höhe von 34,8 Millionen Franken budgetiert. Zum Vergleich: Im Jahr 2018 beliefen sich die Steuererträge juristischer Personen noch auf 61,4 Millionen Franken. «Auch in den Folgejahren erholen sich diese Erträge nur zögerlich», fürchtet Andermatt. Der Finanzplan rechnet ab 2023 zwar mit einem leichten jährlichen Anstieg. Aber: «Die Zahlen von 2018 und 2019 werden aber für längere Zeit nicht mehr erreicht werden können», so der Gemeinderat. Ein bisschen gespart werden kann dafür beim NFA und beim ZFA. 2022 wird Baar 9 Millionen Franken an den nationalen Finanzausgleich bezahlen (2021: 10,1 Millionen). 8,7 Millionen Franken fliessen in den Zuger Ausgleichstopf (2021: 14,1 Millionen). Während die Schule wächst, sinkt die Stellenzahl in der Verwaltung. Dies ist in einer Neuorganisation der Informatik begründet. Die Gemeinde Baar bezieht ihre IT-Dienstleistungen künftig von der Stadt Zug. Die IT-Migration schlägt sich im Sachaufwand nieder. Für das Jahr 2022 werden 1,1 Millionen Franken zusätzlich budgetiert. «Bereits ab dem zweiten Betriebsjahr spart die Gemeinde Kosten ein», relativiert Andermatt.

Auch wenn die Gemeinde 2021 voraussichtlich einen deutlichen Ertragsüberschuss schreiben kann und auch für 2022 schwarze Zahlen budgetiert, will der Gemeinderat den Steuerfuss bei 53 Prozent belassen. «Eine Steuerfusssenkung wäre angesichts der anstehenden hohen Investitionen ein falsches Signal», so Andermatt.

Und diese hohen Investitionen haben es in sich. Abgesehen von den in diesem Jahr schon häufig diskutierten Bauvorhaben (Schulergänzende Betreuung Sennweid, Neubau der Dreifachturnhalle Sternmatt 2, Erweiterung sowie Sanierung der Schule Sternmatt 1 und Neubau der Schule Wiesental) stehen in den nächsten 10 bis 15 Jahren Investitionen von 500 Millionen Franken an, berichtet Andermatt. So zeichnen sich am ­Horizont angesichts eines prognostizierten Bevölkerungswachstums auf 30 000 Personen bereits ein Neubau der Primarschule Sennweid, eine Erweiterung der Schule Inwil und Arbeiten im Bahnmatt ab.