14.09.2021

Bushof bleibt weiterhin oberirdisch

Die Busse beim Bahnhof Baar werden auch in Zukunft oberirdisch verkehren.

Die Busse beim Bahnhof Baar werden auch in Zukunft oberirdisch verkehren.

Nach eingehender Prüfung eines unterirdischen Bushofs am Bahnhof Baar hat der Gemeinderat diese Idee verworfen. Zu hoch seien die Kosten und die Unwägbarkeiten.

Um die planerischen Herausforderungen rund um den Bahnhof mit der Entwicklung im Ortszentrum abzugleichen, hat der Baarer Gemeinderat die Funktionale Studie Verkehr Bahnhof in Auftrag gegeben. Bestandteil dieser Studie waren unter anderem Variantenprüfungen für die zukünftige Gestaltung des Bushofs. Neben verschiedenen oberirdischen Optionen wurde auch ein Bushof unter den Gleisen, parallel zur Neugasse, vertieft geprüft. 
Die Idee ist verlockend: Der Bahnhofplatz könnte vom Verkehr entlastet werden, es entstünden neue Optionen für die Gestaltung des Platzes, heiss es in einer Mitteilung der Gemeinde. Nun liegen die Resultate der Variantenprüfung vor – und diese sprechen deutlich gegen eine unterirdische Lösung. «Ein Bushof unter den Gleisen wäre zwar bau- und verkehrstechnisch machbar», erklärt Gemeinderat Jost Arnold. «Die Kosten, der grosse Termindruck und auch ortsplanerische Überlegungen haben den Gemeinderat aber dazu bewogen, die Variante eines unterirdischen Bushofs nicht weiter zu verfolgen.» 

Die Dorfstrasse wäre die grosse Verliererin 

Eine erste Schätzung geht von Baukosten für eine unterirdische Variante von rund 97 Millionen Franken aus – und das in einer Zeit, in der die Gemeinde Baar mit der Dreifachturnhalle Sternmatt 2, der Erweiterung der Schule Sternmatt 1 und dem Neubau der Schule Wiesental bereits rund 165 Millionen investiert und sich weitere Investitionen am Horizont abzeichnen. Der unterirdische Bushof müsste zudem zusammen mit den SBB realisiert werden. Um Schritt zu halten, müsste deshalb bereits im zweiten Quartal 2022 vom Souverän ein Planungskredit gesprochen werden. 
Mit dem Bushof unter den Gleisen könnte zwar der Bahnhofplatz aufgewertet werden, gleichzeitig würde jedoch die Dorfstrasse weiter an Bedeutung verlieren und mit Mehrverkehr belastet. Denn durch den unterirdischen Bushof würde die Zufahrt von der Neugasse hinauf zum Bahnhof verunmöglicht. Ebenso müsste der Parkplatz Neugasse als Zufahrtsstrecke zum Bushof genutzt werden. Ein Grundstück, das der Gemeinde gerade im Bereich der Alterspolitik viele Optionen eröffnet, wäre damit verloren. Die Summe der Argumente spricht deutlich gegen eine unterirdische Lösung.

Nun wird eine oberirdische Variante ausgearbeitet

«Wir werden nun die Pläne für einen oberirdischen Bushof vertiefen», erklärt Jost Arnold. Wie genau diese Lösung aussehen wird, ist Gegenstand der weiteren Planungen. Die Kosten sollen sich gemäss ersten Schätzungen auf rund einen Viertel der unterirdischen Lösung belaufen. Die Abteilung Planung / Bau wird in den nächsten Monaten ein Projekt erarbeiten, das zwar in Abstimmung mit, aber technisch unabhängig von den Ausbauplänen der SBB realisiert werden kann. Der Planungs- und der Baukredit werden den Kommissionen zur Prüfung vorgelegt und danach dem Souverän zur Abstimmung unterbreitet.