09.06.2021

Fragen zum Verkehrsregime in Allenwinden

Gemeindeschreiberin Andrea Bertolosi, André Guntern (links), Präsident ALG Baar, und Gemeindepräsident Walter Lipp bei der Übergabe der Interpellation vergangene Woche.

Gemeindeschreiberin Andrea Bertolosi, André Guntern (links), Präsident ALG Baar, und Gemeindepräsident Walter Lipp bei der Übergabe der Interpellation vergangene Woche.

Der Strassenabschnitt Nidfuren–Schmittli wird saniert. Damit einher geht eine Vollsperrung – voraussichtlich von Januar 2022 bis Sommer 2023.

Claudia Schneider
Die Baudirektion führt bereits Vorbereitungsarbeiten für die Sanierung des Strassenabschnitts zwischen Lorzentobelbrücke und Neuägeri aus. Während der Vollsperrung werden der motorisierte Individualverkehr (MIV) und der Schwerverkehr von und ins Ägerital auf zwei Routen umgeleitet: von Zug und Baar aus gelangt man während rund 18 Monaten via Allenwinden ins Ägerital. Der Verkehr aus dem Ägerital in Richtung Zug und Baar wird via Edlibach umgeleitet. Die Busse werden in beiden Richtungen via Allenwinden fahren.
Massiver Mehrverkehr 
während 18 Monaten
Für Allenwinden bedeuten diese Umleitungen eine deut­liche Verkehrszunahme. Die Alternative – die Grünen Baar (ALG) schreibt in einer aktuellen Interpellation: «Heute fahren täglich rund 2000 Fahrzeuge durch Allenwinden. Mit dem Umleitungsregime ab Januar 2022 werden es rund viermal mehr, also rund 8000 Fahrzeuge, sein (Verkehrsprognose 2014).» Die ALG geht davon aus, dass mit der Eröffnung der Tangente in diesem Sommer der Verkehr von und ins Ägerital noch attraktiver wird. Aus Sicht der Partei ist für die Zeit der Umleitung also mit einer noch grösseren Verkehrszunahme zu rechnen. «Entsprechend massiv wird die Belastung für alle Anwohner an der Strecke Moosrank–Schmittli, das heisst für die ganze Bevölkerung in Allenwinden, sein», so das Fazit von ALG-Präsident André Guntern. 
Abschlägige Antwort vom 
Regierungsrat auf Vorschlag
Der Zuger Regierungsrat hat in seiner Antwort auf eine Interpellation von Esther Haas (ALG/Cham) und Andreas Lustenberger (ALG/Baar) im Mai 2014 tarifliche Massnahmen zur Förderung des öffentlichen Verkehrs und damit zur Reduktion des MIV im Dorf Allenwinden während der Bauzeit ab­gelehnt. Auch habe sich der Regierungsrat in seinem Bericht zu einem Postulat von Fabio Iten und Patrick Iten im vergangenen Herbst nur vage zu weiteren Massnahmen zur Entlastung der Bevölkerung in Allenwinden geäussert. Die ALG zitiert: Im Abschnitt «Vermeidung von Fahrten» heisst es als Folgerung «beobachten» oder im Abschnitt «Lenkungsmassnahmen beim MIV» einfach «weiterverfolgen». Gemäss Tiefbauamt seien zwar «flankierende Massnahmen» vorgesehen. «Was das genau heisst, wurde bisher aber noch nicht kommuniziert», hält die Partei fest. Die ALG erachtet solch vage Formulierungen als «sehr unbefriedigend». Sie wecken den Eindruck der Devise: «Wir schauen mal, was passiert.» 
Regierung hat keinen Plan, hat die Gemeinde Baar einen Plan?
Die ALG Baar schreibt, dass sie sehr besorgt über die Untätigkeit seitens der Zuger Regierung sei: «Dem Dorf Allenwinden droht während mindestens 18 Monaten bezüglich Verkehrssicherheit und Verkehrsfluss der Kollaps. Die Belastung für die Menschen im Dorf wird massiv sein.» Tatsache ist, dass die Strasse durch Allenwinden das Dorf in zwei Hälften trennt. Viele Kinder auf ihrem Schulweg, Seniorinnen und Senioren sowie die restliche Bevölkerung queren täglich die Hauptstrasse. Die ALG fordert deshalb den Gemeinderat auf, aktiv zu werden, und erkundigt sich nach Massnahmen im Bereich der Schule und des Kindergartens, etwa Lotsen, Temporeduktion oder eine Ampel. Auch will die Partei wissen, ob, abgesehen vom neu eingebauten, lärmreduzierenden Belag, weitere Massnahmen zur Lärmreduktion geplant sind und wie der Gemeinderat zur Idee eines Gratisbusses ab Baar nach Allenwinden und ins Ägerital steht. «Ist er bereit, für die Baarer Bevölkerung einen solchen Gratisbus während der Bauzeit einzuführen? Ist eine Bus­priorisierung vorgesehen, damit die Busse nicht im Verkehr stecken bleiben?» Weitere Fragen stellt die Partei zur Zusammenarbeit mit dem Kanton in diesem Projekt und zum Verkehrsaufkommen, insbesondere nach der Eröffnung der Tangente Zug/Baar.
Aufgrund der zeitlichen Dringlichkeit (Beginn Umleitung im Januar 2022) bittet die Partei den Gemeinderat, zur Inter­pellation an der Gemeindeversammlung im Dezember schriftlich Stellung zu nehmen.