Spezial
16.05.2022

2021 war Josef Itens bestes Finanzjahr

Immer mehr wohlhabende Einwohnerinnen und Einwohner sorgen in Unterägeri für steigende Steuererträge.Archivbild: Daniel Frischherz

Immer mehr wohlhabende Einwohnerinnen und Einwohner sorgen in Unterägeri für steigende Steuererträge.Archivbild: Daniel Frischherz

Das gab es schon lange nicht mehr: Unterägeri schliesst die Rechnung 2021 mit einem satten Plus von fast 9 Millionen Franken ab.

Von: Florian Hofer

«Das ist das beste Ergebnis meiner bald 16-jährigen Tätigkeit als Finanzchef der Gemeinde Unterägeri», sagt Josef Iten Nussbaumer zum Glanzresultat. Die Erfolgsrechnung 2021 schliesst bei einem Aufwand von 51,2 Millionen und einem Ertrag von 60 Millionen mit einem Ertragsüberschuss von 8,885 Millionen Franken ab. Budgetiert war ein Ertragsüberschuss von 0,23 Millionen Franken.

Weniger Veranstaltungenin der Aegerihalle

Der budgetierte Aufwand konnte mit 0,986 Millionen Franken beziehungsweise 2 Prozent unterboten werden. Die grösste Abweichung ist dabei beim Personalaufwand zu finden. Coronabedingt konnte die Aegerihalle im vergangenen Jahr nur wenige Anlässe durchführen. Auch das Strandbad hatte nicht im gewohnten Umfang geöffnet. Weiter fielen die Lohnkosten bei den Schulen tiefer aus. Dies aufgrund der Zusammenlegung von Klassen. Zusätzlich konnten Vakanzen (Logopädie und Schulische Heilpädagogik) nicht besetzt werden. Auch der Sachaufwand fiel tiefer aus (weniger Lehrmittel, Exkursionen, Schulreisen). Hingegen fielen höhere Kosten für die Sonderschule und für das Altersheim Chlösterli an.

Der Ertrag steigt im Vergleich zum Budget um 7,667 Millionen Franken (plus 15 Prozent). Davon betreffen 7,5 Millionen Franken die Steuererträge. Diese positive Abweichung wird zum Grossteil bei den Steuererträgen der Na­türlichen Personen (Einkommens-, Vermögens- und Quellensteuern) sowie bei den Grundstückgewinnsteuern verzeichnet. Die geplanten Nettoinvestitionen von 8,6 Millionen Franken konnten beinahe umgesetzt werden. Sie wurden ­lediglich um 0,358 Millionen Franken unterboten. Der Neubau des Schulhauses Acher Mitte ist auf Kurs und kann diesen Sommer dem Schulbetrieb übergeben werden. Die Einwohnerinnen und Einwohner können Anfang Oktober bei der Eröffnungsfeier das neue Schulhaus besichtigen.

Nicht alle Faktoren lassensich im Voraus berechnen

Doch wie kommt es, dass man sich bei der Gemeinde so verschätzt hat, als vor einem Jahr das Budget gemacht wurde? «Wir haben nach bestem Wissen und Gewissen budgetiert», sagt Iten. Die voraussichtlichen Steuereinnahmen würden im Budgetierungsprozess sauber berechnet. Aber man könne nicht vorhersehen, wenn Firmen etwa hohe Bonuszahlungen leisten würden. Generell lasse sich feststellen, dass aufgrund der Erschlies­sung von attraktiven Hang­lagen tendenziell auch betuchtere Leute ins Dorf ziehen würden. Nicht gut budgetierbar seien die Grundstücksgewinnsteuereinnahmen. Letztes Jahr waren es beispielsweise 2,3 Millionen Franken statt der budgetierten 1,5 Millionen Franken.