Kanton
09.05.2022

«N+» dürfte 400 Millionen kosten

Die drei am meisten diskutierten Varianten der Tunnelführung im Bereich Unterägeri auf einer Karte: Die Variante 11 hätte ein Portal in der Höhe der Migros vorgesehen, die Variante 10a ein Portal in Höhe des Lets Drive. Die Variante N+ sieht einen Ausgang beim Sagenmattli beziehungsweise der Garage Blattmann unterhalb der Spinnerei vor. Das unbestrittene Portal Richtung Oberägeri liegt bei allen drei Varianten im Osten beim Theresiaheim. Karte: pd
Der Unterägerer Kantonsrat Markus Spörri (links) und der IG-Opumu-Präsident Franz Peter Iten (im Bild unterhalb der Spinnerei beim Sagenmattli) haben mit einem Postulat und der Gründung der Interessengemeinschaft den politischen Prozess zur Umfahrung beschleunigt. Bild: Florian Hofer

Die drei am meisten diskutierten Varianten der Tunnelführung im Bereich Unterägeri auf einer Karte: Die Variante 11 hätte ein Portal in der Höhe der Migros vorgesehen, die Variante 10a ein Portal in Höhe des Lets Drive. Die Variante N+ sieht einen Ausgang beim Sagenmattli beziehungsweise der Garage Blattmann unterhalb der Spinnerei vor. Das unbestrittene Portal Richtung Oberägeri liegt bei allen drei Varianten im Osten beim Theresiaheim. Karte: pd

Die drei am meisten diskutierten Varianten der Tunnelführung im Bereich Unterägeri auf einer Karte: Die Variante 11 hätte ein Portal in der Höhe der Migros vorgesehen, die Variante 10a ein Portal in Höhe des Lets Drive. Die Variante N+ sieht einen Ausgang beim Sagenmattli beziehungsweise der Garage Blattmann unterhalb der Spinnerei vor. Das unbestrittene Portal Richtung Oberägeri liegt bei allen drei Varianten im Osten beim Theresiaheim. Karte: pd
Der Unterägerer Kantonsrat Markus Spörri (links) und der IG-Opumu-Präsident Franz Peter Iten (im Bild unterhalb der Spinnerei beim Sagenmattli) haben mit einem Postulat und der Gründung der Interessengemeinschaft den politischen Prozess zur Umfahrung beschleunigt. Bild: Florian Hofer

Der Unterägerer Kantonsrat Markus Spörri (links) und der IG-Opumu-Präsident Franz Peter Iten (im Bild unterhalb der Spinnerei beim Sagenmattli) haben mit einem Postulat und der Gründung der Interessengemeinschaft den politischen Prozess zur Umfahrung beschleunigt. Bild: Florian Hofer

«Der Gemeinderat von Unterägeri begrüsst, dass bei der Umfahrung Unterägeri nun Nägel mit Köpfen gemacht werden.»

Von: Florian Hofer

Das schreibt er in einer Stellung­nahme, die nach einer Gemeinderatssitzung in der vergangenen Woche verfasst wurde. Zuvor hatte die Gemeinde zur Meinungsbildung einen interaktiven Prozess mit allen politischen Kräften durchgeführt.

Aufwertung des westlichen Ortseingangs von Unterägeri

Gemeinsam mit den Ortsparteien und der Interessengemeinschaft Optimum Umfahrung Unterägeri (IG Opumu) seien die verschiedenen Aspekte der Umfahrung eingehend diskutiert worden. Mit dem Ergebnis: «Der ­Umfahrung wird grossmehr­heitlich zugestimmt. Man ist sich einig, dass die Lang­variante N+ mit dem West­portal im Sagenmattli und dem Ostportal beim Theresiaheim die beste Linienführung darstellt», heisst es in der Mitteilung weiter. Bei der Neu­beurteilung der Varianten habe den Gemeinderat überzeugt, dass die Siedlungsverträglichkeit bei der Langvariante N+ deutlich besser sei. Das Tunnelportal der Variante 10a beim Lets Drive liegt mitten im Siedlungs­gebiet und im Betrachtungs­perimeter des historischen Fabrikgeländes Spinnerei. Im Rahmen der Ortsplanung sei eine Auf­wertung des westlichen Ortseingangs von Unterägeri geplant. Ein Tunnelportal mitten in diesem Entwicklungs­gebiet würde diesen Bestrebungen zuwiderlaufen. Zudem sei der Gemeinderat überzeugt, dass das Verlagerungspotenzial bei der Langvariante deutlich höher sei, da sie einen Zeit- und Komfortgewinn für die Verkehrsteilnehmer garantiere. «Weiter ist die Variante 10a mit mehr Risiken bezüglich Baugrunds und Folge­schäden bei benachbarten Liegenschaften behaftet», so der Gemeinderat.

Widerstand bei Liegenschaften im Bereich des Lets Drive

Der Baugrund ist sehr kritisch und es befinden sich mindestens vier Liegenschaften im Baugrubenbereich, eine sogar komplett im Tunneltrasse. Im Gespräch mit unserer Zeitung weist Gemeindepräsident Fridolin Bossard (FDP) auch darauf hin, dass es der Gemeinde immer wichtig war, keinen Zentrumsanschluss im Ort zu verwirklichen. «Ein möglicher Zentrumstunnel widerspricht unseren Zielen für ein attraktives Zentrum.» Auch der bisher diskutierte Tun­nelausgang und im März vom Kanton deutlich ins Spiel gebrachte Ausgang beim Lets Drive sei nach der Prüfung nicht mehr attraktiv. «Wir ­haben die Varianten studiert», so Bossard. «N+ ist aufgrund des höheren Verkehrsverla­gerungspotenzials und der hohen Siedlungsverträglichkeit die bessere Lösung.» Zu den Kosten erklärte Bossard, statt mit 310 Millionen Franken für den Tunnel bis zum Lets Drive rechne man gemäss kantonalem Planungsbericht nun mit 400 Millionen Franken bis zum Sagenmattli. Diese Zahlen, so betont Bossard, seien jedoch nur vorläufige Schätzungen. Baudirektor Florian Weber sagt dazu: «Die Baudirektion verifiziert für die verschiedenen Varianten nochmals die Kosten. Die Variante 10a ist etwas kürzer, dafür wohl bautechnisch anspruchsvoller als die Variante N+. Wie sich das genau auswirkt, ist nun in Abklärung, damit wir dem Kantonsrat für seinen Entscheid genauere Zahlen liefern können.» Bei der IG Opumu be­stätigt man den Konsens und ist froh, dass die von der Interessen­gemeinschaft schon länger vertretene Forderung nach Berücksichtigung der N+-Variante nun auch die Gemeinde darauf offiziell eingeschwenkt ist. «Der Gemein­derat hat demzufolge diese Haltung in seine Stellungnahme übernommen, was uns natürlich mehr als gefreut hat. Dafür gebühren dem Gemeinderat grosse Anerkennung und ein herzliches Dankeschön, mussten sie doch ihre bis dahin vertretene Haltung ändern», sagt IG-­Opumu-Präsident Franz Peter Iten.

Postulatseinreicherzeigen sich sehr erfreut

Grosse Freude besteht auch bei den beiden FDP-Kantonsräten des Ägeritals. «Zusammen mit Peter Letter habe ich vor knapp einem halben Jahr ein Postulat für genau diesen Eilprozess eingereicht», sagt Markus Spörri aus Unterägeri. «Die Wirkung ist frappant. Für politische Vorstösse ist dies – in aller Bescheidenheit – ein Rekordergebnis, welches aber auch nur möglich ist, wenn alle gemeinsam zusammenstehen», so Spörri weiter. Und: «Die Hoffnung ist gross, dass der politische Prozess über die kantonalen ­Hürden und Instanzen gleichwohl flüssig vonstattengeht. Nach erfolgten und geplanten Zentrumsentlastungen in den meisten Zuger Gemeinden würde sich auch Unterägeri über eine Verkehrsreduktion mit mehr Lebensqualität im Dorfkern glücklich schätzen. Nach ­erfolgten und geplanten Zentrums­entlastungen in den meisten Zuger Gemeinden würde sich auch Unterägeri über eine Verkehrsreduktion mit mehr Lebensqualität im Dorfkern glücklich schätzen. Als letzte Instanz wird das ­Zuger Volk zustimmen müssen.»