Kanton
10.01.2022

Die Mitte ist hungrig auf Stimmen

Die-Mitte-Parteipräsident Gerhard Pfister (Mitte) im Gespräch mit Parteikollegen. Links der kantonale Vizeparteipräsident Andreas Hausheer, rechts von ihm Wahlkampfleiter Matthias Zoller.Bild: Stefan Kaiser

Die-Mitte-Parteipräsident Gerhard Pfister (Mitte) im Gespräch mit Parteikollegen. Links der kantonale Vizeparteipräsident Andreas Hausheer, rechts von ihm Wahlkampfleiter Matthias Zoller.Bild: Stefan Kaiser

Wenn die Zuger wählen, schaut Bundesbern genau zu. Denn die hiesigen Wahlergebnisse im Oktober dieses Jahres dürften zeigen, wie es im Herbst 2023 weitergehen wird.

Von: Florian Hofer

«Die Zuger Wahlen sind immer ein Indikator für die nationalen Wahlen», sagt Die-Mit-te-Parteipräsident Gerhard Pfister aus Oberägeri. Er war vergangene Woche in Zug zu Gast zum sogenannten Drei­königsgespräch im Restaurant Rathauskeller, wo er zahlreiche Exponenten der Zuger Mitte-Partei traf. Erwartungsgemäss hatte er nur Lob für sie – und da vor allem für die drei Mitte-Regierungsräte Landammann und Gesundheitsdirektor Martin Pfister, Volkswirtschaftsdirektorin Silvia Thalmann-Gut und den nicht anwesenden Sicherheitsdirektor Beat Villiger – mit Blick auf die Pandemie übrig: «Wenn alle Regierungen in der Schweiz so gut gehandelt hätten, wie die Zuger, dann hätte es in Bern deutlich weniger Arbeit gegeben.»

Die Partei will stärksteKraft im Kanton bleiben

Trotzdem steht in Zug jetzt für Die-Mitte-Partei eine Menge Arbeit an. Denn man will die vielen politischen Ämter verteidigen, die die Mitte derzeit innehat. Drei Regierungsräte von sieben stellt sie, dazu 21 von 80 Kantonsräten – was sie zur stärksten Fraktion (mit vier weiteren GLP-Sitzen) macht. 9 der 11 Gemeindepräsidenten im Kanton sind zudem Die-Mitte-Parteimitglieder – und zahlreiche Gemeinderäte. So viele, dass die Rathauskellerrunde auf die Frage, wie viele es denn genau seien, erst einmal passen musste.

Aufgrund dieser Zahlen ist das Ziel der Mitte-Partei für dieses Jahr schnell formuliert. «Wir wollen die drei Regierungsratssitze verteidigen. Klar ist auch: Die Mitte will die stärkste – und damit die entscheidende – Fraktion im ­Kantonsrat bleiben und auf ­kommunaler Ebene sollen alle Sitze in den Gemeinden verteidigt und das Stadtpräsidium künftig in den Händen von Die Mitte sein», sagte dazu der kantonale Partei-Vize Andreas Hausheer aus Steinhausen anstelle der verhinderten Parteipräsidentin Laura Dittli aus Oberägeri.

Die Vorbereitungen zu den Wahlen im Oktober 2022 sind laut Wahlkampfleiter Matthias Zoller aus Cham längst angelaufen. Offiziell lanciert hat Die Mitte Kanton Zug den Wahlkampf schon Anfang November mit einer gross angelegten Umfrage. Die Mitte wollte von der Zuger Bevölkerung wissen, ob sie mit den gesetzten Themen die richtigen Ziele im Fokus habe. Nun wurden die Umfrageresultate präsentiert. «Mit den definierten Kernthemen hat die Partei ins Schwarze getroffen, diese beschäftigen auch die Zuger Bevölkerung. Und dies wohlgemerkt bei einer Umfrage, die mehrheitlich von parteiungebundenen Zugerinnen und Zugern beantwortet wurde», freut sich Zoller über die Ergebnisse: «Ein gesunder Lebensraum, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Handwerk und Arbeit sind die zentralen Wahlkampfthemen von Die Mitte Kanton Zug.»

Halbierung sämtlicherGebühren – für alle

Zudem will die Mitte mit einem neuen Vorstoss einen «wichtigen Akzent in der Stärkung des lokalen Gewerbes sowie zur Entlastung der gesamten Bevölkerung» setzen, wie es Fraktionschef Fabio Iten aus Unterägeri ausdrückte. Mit einer nach dem Dreikönigsgespräch eingereichten Motion sollen die kantonalen Gebühren halbiert werden. Das Gesetz zum Verwaltungsgebührentarif müsse überarbeitet werden, damit die Gebühren künftig halbiert werden können. Die aktuelle finanzielle Lage des Kantons Zug lasse einen solchen Vorstoss zu. «Profiteure wären nebst dem Gewerbe und der Wirtschaft auch alle Zugerinnen und Zuger», sagte Iten.

Nun laufen die Sondierungen für die Kandidaturen. Sicher ist, dass Silvia Thalmann-Gut und Martin Pfister wieder kandidieren wollen. Für Villiger, der nicht mehr antritt, wird ein Nachfolger gesucht.