Gemeinden
20.12.2021

Die Stadt Zug setzt auf Digitalisierung

So soll die Schulanlage Loreto, für die das Stimmvolk am Sonntag erst einen 20-Millionen-Franken-Kredit gesprochen hat, einmal aussehen.Bild: pd

So soll die Schulanlage Loreto, für die das Stimmvolk am Sonntag erst einen 20-Millionen-Franken-Kredit gesprochen hat, einmal aussehen.Bild: pd

Die Verantwortlichen im Stadthaus haben im kommenden Jahr einiges vor. Eine Optimierung der technischen Abläufe, zahlreiche Schulprojekte und eine Reihe von weiteren Aktivitäten stehen an.

Von: Florian Hofer

So berichtet Stadtpräsident Karl Kobelt (FDP, Bild), nach der Verabschiedung der übergeordneten Entwicklungs­strategie gelte es nun, diese unter Berücksichtigung der sogenannten Sustainable Development Goals der UNO-Mitgliedsstaaten («SDG – nachhaltige Entwicklungsziele») in der Verwaltung zu verankern. «Dazu wird ein Aktionsportfolio erstellt», so Kobelt. Dieses erfasst die wichtigsten Projekte aller Departemente und Abteilungen.

Kobelt formuliert ein weiteres ehrgeiziges Ziel: «Die Stadt Zug führt ab Ende 2022 ihre Geschäftsunterlagen weitgehend digital.» Dazu wird das Records-Management-System «OneGov Gever» zusammen mit dem neuen Ratsinformationssystem RIS eingeführt.

Weiter berichtet Kobelt: «Mit dem sich abzeichnenden Mindestsatz für die Gewinnsteuern von Unternehmen von 15 Prozent wird sich der Standortwettbewerb verstärkt auf andere Felder verlagern.» Im Rahmen der Wirtschaftsförderung präsentiert sich die Stadt Zug am Swiss Economic Forum (SEF) am 2. und 3. Juni 2022 in Interlaken. «Sie wird diese Plattform nutzen, um die vielfältigen, ausserordentlichen Qualitäten unseres Standorts aufzuzeigen», so Kobelt.

Mit der neuen Kulturstrategie sei die Basis für eine zeitgemässe und wirkungsvolle Kulturförderung gelegt. Im nächsten Jahr werden Massnahmen zum Beispiel in den Bereichen knapper Kulturraum sowie Vernetzung und Kulturvermittlung definiert und erste Projektausschreibungen vorgenommen. Zug Tourismus hat proaktiv auf die aktuelle Situation mit der Pandemie reagiert. Besucherinnen und Besucher aus dem Inland und grenznahen Ausland sollen die Einbussen beim Geschäftstourismus kompensieren. Diese neue Ausrichtung soll nicht zuletzt dem Gastgewerbe, dem Detailhandel sowie Veranstaltern in den Bereichen Kultur und Sport zugute kommen. Um die gewünschten Effekte zu erreichen, wird die Zusammenarbeit von Zug Tourismus und den verschiedenen Anbietern am Standort Zug vertieft und gestärkt.

Vorfreude auf die Eröffnungdes Ökihofs im Göbli im Herbst

Einen grossen Meilenstein wird das Baudepartement schon im kommenden Frühjahr erreicht haben: «Dann liegt die räumliche Gesamtstrategie vor, die in den letzten zwei Jahren zusammen mit der Stadtzuger Bevölkerung erarbeitet wurde», freut sich die zuständige Stadträtin Eliane Birchmeier (FDP, Bild unten). «Darin zeigt der Stadtrat auf, wie sich unsere Stadt für das erwartete Wachstum rüsten soll, um die räumlichen Herausforderungen hinsichtlich Mobilität, Wohnen und Arbeiten sowie Freiräume zu meistern.» Sie fügt hinzu: «Es geht um nichts weniger als um die Zukunft einer lebenswerten Stadt Zug.»

Was in den letzten drei Jahren in Sachen Erweiterung von Schulanlagen aufgegleist werden konnte, trägt im kom­menden Jahr mehr und mehr Früchte. Bei der Schulanlage Loreto werden die Baumaschinen für den neuen Schultrakt auffahren. Über die Erweiterung der Schulanlage Herti wird an der Urne abgestimmt. Für den Ersatzbau des Schulhauses Maria Opferung und ein zusätzliches Primarschulhaus im Guthirt-Quartier werden die Wettbewerbsverfahren durchgeführt.

Auf etwas freut sich Birchmeier speziell: «Ein besonderer Höhepunkt wird Ende 2022 die Eröffnung des neuen Ökihofs im Göbli sein – zusammen mit dem Brockenhaus und den gemeinnützigen Arbeitsstätten der GGZ@Work.» Zudem will das Baudepartement dem Grossen Gemeinderat der Stadt Zug im 2022 eine Reihe von Bebauungsplänen zur Beratung unterbreiten, dazu zählen unter anderem der neue ZVB-Hauptstützpunkt, das LG-Areal, die Baarerstrasse West sowie die Metalli.

Erweiterte modulareTagesschule als Ziel

Vroni Straub-Müller (CSP, Bild unten), Vorsteherin des Bildungsdepartements der Stadt, sagt zu ihren Plänen: «Die Politik verlangt danach, bei Familien steht sie weit oben auf der Wunschliste: Eine modulare Tagesschule, wo Kinder von morgens bis abends aus einer Hand unterrichtet und betreut werden.» Deshalb hat das Bildungsdepartement das Projekt «LebenLernenZug» lanciert, das zum Ziel hat, die heute schon bestehende modulare Tagesschule weiter zu entwickeln. Die Angebote sollen künftig nachfrageorientiert ausgestaltet sein. Neben dem Mittagstisch und der Nachmittagsbetreuung wird ab kommendem Schuljahr auch ein Betreuungsmodul vor dem Unterricht am Morgen angeboten.

Auch das Bildungsdepartement wird weiter digitalisiert. «Zusammen mit der Informatik erarbeiten wir Fachanforderungen und ein Kommunikationskonzept zur Einführung eines Elternportals beziehungsweise einer Eltern-App», erzählt Straub.

Mittlerweile ist das Haus des Lernens (früher Baudepartement) an der Oswaldsgasse 20 in Zug mit seinen Studienzimmern schon fast berühmt. Das Haus ist eine wertvolle ­Ergänzung zu den bestehenden städtischen und privaten Angeboten der Bildungslandschaft. «Wir eruieren nun ein geeignetes künftiges Betreibermodell, um dieses tolle Haus in die Zukunft zu führen», so die Bildungschefin.

Bewilligungen sollenleichter erhältlich sein

Auch beim Departement Soziales, Umwelt und Sicherheit geht es um Digitalisierung. «Einerseits sollen damit die Abläufe bei den sozialen Diensten vereinfacht werden, sowohl für Klientinnen und Klienten als auch für die Sozialberatenden, welche dadurch effektiver arbeiten können», berichtet Vorsteher Urs Raschle (CVP, Bild). «Andererseits steht bereits ein erster Release der bestehenden Online-Plattform für Bewilligungen an.» Diese Gelegenheit will man nutzen, um ein vollständig neues Tool zu implementieren, welches Bewilligungsanfragen für Veranstalterinnen und Veranstalter einfacher machen soll. Nachdem die Nachhaltigkeitskommission einen neuen Bericht zu Händen des Stadtrates erstellt hat, in welchem sie eine Ist-Analyse der Stadt Zug, basierend auf den 17 UNO-Nachhaltigkeits-Werten (SDGs), vorgenommen hat, sollen die verschiedenen Entwicklungen mittels eines Online-Rasters live sichtbar gemacht werden. «Damit können Interessierte die Veränderungen der Stadt näher mitverfolgen», sagt Raschle.

Auch Betreibungen sollen digital abgewickelt werden können

Stadtrat André Wicki (SVP, Bild rechts) ist zuständig für die Finanzen. Er hat für 2022 zwei Schwerpunkte gesetzt. Einerseits die Sportmeile weiter erneuern für die Vereine und andererseits die Fortsetzung der Digitalisierung.

Im September 2020 wurde die Leichtathletikanlage auf die Staffel-Schweizer-Meisterschaft hin vollumfänglich erneuert, ebenso im September 2020 wurde das Klubhaus von Zug 94 saniert und übergeben. Im August 2021 wurde der neue Kunstrasen auf der Hertiallmend für Zug 94 sowie für andere Sportvereine und Organisationen fertiggestellt. Nun soll die Sanierung der Dreifachturnhalle angegangen werden, ebenso wird die Beleuchtung auf der Herti-Nordanlage auf LED umgestellt. «Wichtig ist, dass die Vereine auch künftig mit ihren Sportlerinnen und Sportlern attraktive und gut erhaltene Sportanlagen vorfinden», sagt Wicki. Thema ist natürlich auch der EVZ. «Wir wollen die vom EVZ gewünschte und benötigte Erweiterung der Bossard-Arena mit den Kommissionen und dem Grossen Gemeinderat besprechen und fertigstellen.

Um die Stadt weiterhin attraktiv zu behalten, wird vom Finanzdepartement durch die Informatik-Abteilung die Digitalisierung in den Vordergrund gestellt. «Die digitale Trans-formation hat in jüngster Vergangenheit sehr an Triebkraft gewonnen, da wollen wir weiterhin dabei sein», sagt Wicki.

Auch im Betreibungsamt hat die Digitalisierung stark Einzug gehalten. Über die Website können sämtliche Betreibungen abgewickelt werden. Das Betreibungsamt der Stadt Zug wird mit seinen ­digitalen Angeboten schweizweit an vorderster Front ­landen. Wickis Credo: «Einfachheit und Machermentalität gehören zu den Kernwerten der Stadt Zug. Mit smarten digitalen Angeboten, die kundenorientiert, dynamisch und effizient sind, festigen wir diese Kernwerte.»