Kanton
15.11.2021

Sie will das Dorf «ein Hü besser» machen

Zentral gelegen: das Gemeindehaus in Hünenberg. Bild: Daniel Frischherz
Gilt als ein ganz besonderer Kraftort: die Weinrebenkapelle in Hünenberg.Archivbild: Daniel Frischherz
Setzt sich ein für den Dialog im Dorf: Hünenbergs Gemeindepräsidentin Renate Huwyler.Bild: Florian Hofer

Zentral gelegen: das Gemeindehaus in Hünenberg. Bild: Daniel Frischherz

Zentral gelegen: das Gemeindehaus in Hünenberg. Bild: Daniel Frischherz
Gilt als ein ganz besonderer Kraftort: die Weinrebenkapelle in Hünenberg.Archivbild: Daniel Frischherz
Setzt sich ein für den Dialog im Dorf: Hünenbergs Gemeindepräsidentin Renate Huwyler.Bild: Florian Hofer

Gilt als ein ganz besonderer Kraftort: die Weinrebenkapelle in Hünenberg.Archivbild: Daniel Frischherz

Zentral gelegen: das Gemeindehaus in Hünenberg. Bild: Daniel Frischherz
Gilt als ein ganz besonderer Kraftort: die Weinrebenkapelle in Hünenberg.Archivbild: Daniel Frischherz
Setzt sich ein für den Dialog im Dorf: Hünenbergs Gemeindepräsidentin Renate Huwyler.Bild: Florian Hofer

Setzt sich ein für den Dialog im Dorf: Hünenbergs Gemeindepräsidentin Renate Huwyler.Bild: Florian Hofer

Seit 2019 ist die Mitte-Politikerin Renate Huwyler Gemeindepräsidentin in Hünenberg. Im Interview erklärt sie, was im Dorf so alles los ist.

Von: Florian Hofer

Hünenberg ist mit 8768 Einwohnern und rund 7100 Arbeitsplätzen eine mittlere Gemeinde im Kanton. Wie lebt es sich hier?

Ausgezeichnet! Gemäss der aktuellen Rangliste der Handelszeitung gehören wir schweizweit zu den Top-Ten-Gemeinden. Mir persönlich gefällt in Hünenberg der ländliche Charme und dass wir ­einander noch «Grüezi» sagen, wenn wir uns begegnen. Neuzuzügerinnen und Neuzuzüger werden hier mit offenen Armen empfangen und sind innert kurzer Zeit integriert. Dies bestätigen jeweils auch unsere geladenen Gäste an der jährlichen Neuzuzüger-Party. Und dies empfanden mein Mann und ich schon vor 30 Jahren so, als wir nach ­Hünenberg zogen.

Zu den Arbeitsplätzen. Was tut sich im Gewerbegebiet «Bösch»?

Im Bösch steckt sehr viel Potenzial – darum hat der Verein Zukunft Bösch eine mutige Vision erarbeitet: Das Arbeitsgebiet Bösch soll sich zu einem führenden Standort für innovative KMU im Bereich von Dienstleistungen, Gewerbe und Industrie entwickeln. Der Gemeinderat ist begeistert von der Vision, und die Einwohnergemeindeversammlung hat im vergangenen Dezember bereits einen Kredit für die Aufwertung des Arbeitsgebietes Bösch über 290 000 Franken gesprochen. Hauptbestandteil dieses Kredites ist die Ausarbeitung eines Betriebs- und Gestaltungskonzeptes (Verkehr und Freiraum) im Jahr 2021. Dabei werden Themen wie Verkehrsführung, Temporegime, Strassenraumgestaltung, Freiräume oder Parkierung ­behandelt. Ein weiterer Kreditantrag wird der Gemeindeversammlung vom 13. Dezember unterbreitet. Der Kredit soll für die Aufwertung des Strassenraums (Vorprojekt und Planung des Bauprojekts inklusive Baugesuch), die Parkierungsanlagen, den Aufbau einer Trägerschaft, die Standortförderung sowie das Gesamtmanagement im Jahr 2022 und 2023 dienen.

Was ist mit dem Ortsteil Hünenberg See? Ist der nicht etwas abgekapselt vom Rest des Dorfes?

Hünenberg See ist alles andere als abgekapselt. Es liegt verkehrsmässig sogar günstiger als Hünenberg Dorf. Mit der Stadtbahn gelangt man von hier aus sehr schnell in alle Richtungen. Auch der Individualverkehr ist mit den Autobahnanschlüssen in Cham und Rotkreuz sehr gut erschlossen. Allerdings weisen Hünenberg Dorf und Hünenberg See unterschiedliche Charaktere auf. In Hünenberg Dorf wohnen heute noch die meisten alteingesessenen Hünenbergerinnen und Hünenberger. Im Seegebiet gibt es hingegen viel mehr Neuzugezogene. Klar befindet sich in Hünenberg Dorf mit der Gemeindeverwaltung, dem Saal Heinrich von Hünenberg, der Oberstufenschule und der Dreifachturnhalle das eigentliche Verwaltungszentrum der Gemeinde. Dafür verfügt Hünenberg See nebst attraktiven Wohnlagen am See oder am Hang sowie einigen Schulhäusern mit Turnhallen auch über interessante Freizeit- und Sporteinrichtungen wie die Badi, den Bootsplatz, den Seeclub, den Tennisclub, die Minispielfelder oder den Pétanque-Platz. Auf dem Zythusareal soll dereinst im Rahmen der Entwicklung dieses Platzes ein Begegnungsort für die Bewohnerinnen und Bewohner von Hünenberg See realisiert werden. Von Abkapselung des Gemeindeteiles Hünenberg See kann deshalb keine Rede sein.

Das Freizeitangebot ist recht gross. Sie haben einen See und dann auch noch die Reuss.

Bezüglich Freizeitangebot lebt es sich spitze in Hünenberg – und zwar vom Zugersee bis zum Reussspitz. Bei uns liegt die Naherholung direkt vor der Haustüre. Mehr als 20 Spielplätze und viele Feuerstellen laden Familien und Kinder zum Spielen, Verweilen und Bräteln ein. Ein grosser Anziehungspunkt ist dabei der Spielplatz beim Chnodenwald mit dem naturnahen HüPfad. Die Badi Hünenberg als eines der schönsten Strandbäder am Zugersee und auch der von Kinderfüssen beliebte Barfussweg befindet sich hier. Ein spezielles Erlebnis ist auch ein Bad in der erfrischenden Reuss beim Beugerank. Das gut ausgebaute Rad-, Inlineskating- und Wanderwegnetz in Hünenberg ist weit herum bekannt. Vor allem die Reussebene ist bei den Freizeitsportlern beliebt. Das Naturschutzgebiet Maschwander Allmend gilt als sogenanntes Smaragdgebiet und gehört damit zum europäischen Netzwerk der wertvollsten Lebensräume für Tiere und Pflanzen. In der Nähe befindet sich das Restaurant Bützen, auf dessen Dach jährlich ein Storchenpaar nistet. Seit dem 600-Jahr-Jubiläum der Gemeinde im Jahr 2014 können Wanderfreudige und Spaziergänger die Schönheiten Hünenbergs auf den beiden verbindenden Themenwegen erkunden. Diese führen zum Beispiel zur historischen Burgruine und zum Kraftort der Weinrebenkapelle mit dem wunderschönen Weinberg. Zudem verbindet im Winter ein viel begangener Lichterweg über den Hubel die beiden Gemeindeteile Dorf und See.

Hat Hünenberg einen Claim?

Ja, unser Motto lautet: «Ein Hü besser». Dieses Motto ist Motivation und Ansporn von Gemeinderat und Verwaltung, Überdurchschnittliches zu leis­ten. Unter «ein Hü besser» verstehen wir beispielsweise, die Hünenberger Werte wie die offene Gesprächskultur, die gegenseitige Wertschätzung, die hohe Wohnqualität, die guten Schulen, die Pflege des Vereinslebens oder die Kundenfreundlichkeit der Verwaltung nicht nur zu erhalten, sondern noch besser zu leben.

Was macht das Vereinsleben?

Da ist einiges los in Hünenberg. Mehr als 70 Vereine bieten im Bereich Sport, Kultur und Soziales lebendiges Hünenberg und leisten viel Freiwilligen- und Jugendarbeit. Für mich sind die Vereine der Kitt in unserer Gesellschaft! Beispielsweise bereichern die Musikgesellschaft und der Männerchor mit ihren Auftritten die vielen gemeindlichen Festanlässe. Wir Hünenbergerinnen und Hünenberger sind nämlich ein besonders festfreudiges Volk! Nebst den musischen Vereinen schätzen wir vor allem die vielen sportlichen Vereine mit ihrer Jugendförderung. Wichtig in Hünenberg ist auch die Fasnacht, die von der Eiche Zunft zelebriert wird. Wir freuen uns, nach einem Jahr Unterbruch im 2022 wieder mit einem «Eiche Prost» auf die Fasnacht anstossen zu können.

Was können Sie uns zur Ortsplanungsrevision sagen?

Wie die anderen Zuger Gemeinden auch führt Hünenberg zurzeit die Ortsplanungsrevision durch. Die Bevölkerung soll mitbestimmen, wie sich Hünenberg räumlich entwickeln soll. Gelegenheit dazu gab es im Rahmen von verschiedenen Beteiligungsformaten. So sind auf dem Weg zum Raumentwicklungskonzept (REK) – der Phase 1 der Ortsplanungsrevision – zahlreiche Ideen und Anliegen von der Sicherung von Grünflächen bis hin zur Förderung von preisgünstigem Wohnraum eingebracht worden. Diese wurden zusammen mit der fachlichen Analyse des Planungsteams in zwei unterschiedliche Entwicklungsszenarien verwebt. Rund 80 interessierte Hünenbergerinnen und Hünenberger diskutierten Chancen und Risiken. Dabei kam beispielsweise heraus, dass die Teilnehmenden der Meinung sind, dass alle Eigentümerinnen und Eigentümer von einer höheren Ausnützung profitieren sollten und das Dorfzentrum als Gesamtkonzept zu entwickeln sei. Einmal mehr bin ich erfreut über das Engagement der Hünenbergerinnen und Hünenberger und deren Interesse an der Zukunft Hünenbergs. Die Stimmung war sehr konstruktiv und wir konnten wichtige Diskussionen führen.

Treten Sie wieder an bei den Erneuerungswahlen?

Die schöne wie herausfordernde Aufgabe als Gemeindepräsidentin macht mir grosse Freude. Besonders am Herzen liegt mir der Dialog mit den Hünenbergerinnen und Hünenbergern, unseren Vereinen und Organisationen, den politischen Akteuren sowie dem Gewerbe und der Wirtschaft. Viele interessante Projekte und Entwicklungsprozesse sind in unserer Gemeinde am Laufen und diese würde ich gerne weiterführen. Vorbehältlich der Nomination durch meine Partei «Die Mitte Hünenberg» stelle ich mich gerne wieder zur Wahl.

Zur Person

Renate Huwyler (geboren 1969) ist verheiratet und hat zwei Kinder. Sie ist in Sins aufgewachsen und wohnt seit 1991 in Hünenberg. Die Fachfrau für Finanz- und Rechnungswesen mit eidg. Fachausweis war selbstständige Unternehmerin im Immobilienbereich von 2007 bis 2018. Sie war Vizegemeindepräsidentin von 2011 bis 2018 und ist seit 2019 Gemeindepräsidentin. Weitere politische Ämter: Verwaltungsrätin Zeba (Abfallbewirtschaftung Zuger Einwohnergemeinden) seit 2016, Vorstandsmitglied GVRZ (Gewässerschutzverband der Region Zugersee-Küssnachtersee-Ägerisee) seit 2020. Gemeinderätin Sicherheit und Umwelt, 2007 bis 2018, Vorsitzende der gemeindlichen Sicherheitsvorsteher Kanton Zug, 2008 bis 2018. Delegierte des Gewässerschutzverbandes GVRZ Kanton Zug, 2010 bis 2018, Vizepräsidentin CVP Hünenberg, 2003 bis 2018, Mitglied Rechnungsprüfungskommission Gemeinde Hünenberg, 2003 bis 2006. fh