Baar
08.11.2021

Wellen und Teilchen beflügeln die Kreativität

Durch die Liebe zu ihrem Mann entdeckte Margrit Fischer-Hotz ihre Liebe zur Physik. Bild: Katarina Lancaster

Durch die Liebe zu ihrem Mann entdeckte Margrit Fischer-Hotz ihre Liebe zur Physik. Bild: Katarina Lancaster

Technologie kann wunderschön und inspirierend sein. Vor allem, wenn sie im Einklang mit der Natur präsentiert wird.

Schon beim Betreten der Galerie Billing wird man in eine Welt von Licht und Farben versetzt, die Zellmembranen, funkelnden Wasseroberflächen und Schmetterlingen eine neue Form geben. Mit ihrer gemeinsamen Ausstellung «Von Wellen und Teilchen», die am vergangenen Wochenende Vernissage feierte, wollen die beiden Künstler Margrit Fischer-Hotz und Matthias Moos das Herz für die Schönheit der Wissenschaft und der Natur öffnen. Inspiriert ist die Ausstellung durch die rasanten, technologischen Entwicklungen und sozialen Veränderungen unserer Zeit, die uns oft überfordern.

Versöhnung mit Unsicherheiten, wie sie die heutige Welt prägen

Die Idee zum Thema bekamen die beiden Zuger Künstler während einer Zufallsbegegnung im vergangenen Jahr. «Ich führte meinen Hund spazieren und kam mit Matthias ins Gespräch, der gerade Naturobjekte filmte. Wir waren uns einig, dass die Menschheit, angeschlagen durch Covid-19, wieder eine Versöhnung mit der Welt braucht», so die 83-jährige Künstlerin. Wie es oftmals bei Künstlern so ist, war auch bei Matthias Moos ein persönliches Erlebnis der Auslöser für seine Werke. «Ich kämpfte gerade mit Liebeskummer während meines Studiums in London, als mich eines Abends die Mondspiegelung in der Themse faszinierte.» Seither hält er Wellen mit seinem Kameraobjektiv fest. Um den Wellen ihren raffiniert expressiven Ausdruck zu geben, fotografiert er Wasserstellen oft mehrere hundert Mal pro Sekunde. Die Ausschnitte werden dann in winzigen Streifen aneinandergereiht.

Physik ist Ausdruck von Natur und deutet ihre Struktur

Margrit Fischer-Hotz will in ihren Werken die Natur als Ganzes darstellen und ihren Zusammenhang mit der Wissenschaft sichtbar machen. Schon mit zwölf Jahren hatte die leidenschaftliche Künstlerin ihr erstes Heimatelier. Ihre heutigen Werke sind durch ihre Ehe mit einem Physiker und ihre Liebe zur Natur geprägt – was ihren Bildern einen unverwechselbaren Charakter gibt. «Die Welt ist nicht so, wie wir sie sehen», sagt sie und verweist auf einen Spruch von Galileo Galilei, verewigt auf einem ihrer Bilder. Seien wir also mutig und öffnen uns dem, was uns unbekannt ist.

Katarina Lancaster

Art After Work: Donnerstag, 18. November, und Donnerstag, 2. Dezem­ber, 17 bis 19 Uhr. NFT – Ein Hype oder die digitale Kunst im Aufbruch: Sonntag, 21. November, 14.30 Uhr: Referat von Sonja Gasser, Kunsthistorikerin mit Fachgebiet Digitale Kunstgeschichte und Digital Humanities. Neujahrsapéro und Finissage: Sonntag, 9. Januar 2022, 14 bis 17 Uhr, Galerie Billing Bild.