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Eine Nacht lang rappen im Museum

Im Rahmen des Abraxas-Jugendliteraturfestivals fand im Kunsthaus Zug eine Museumsnacht statt: eine Rap-Nacht für Jugendliche.


Ausgangspunkt dieser langen Nacht vom letzten Samstag auf Sonntag im Kunsthaus Zug bildeten die düsteren, skurrilen und alptraumartigen Zeichnungen des Asthma-geplagten Luzerner Künstlers Karl-Friedrich Schobinger (1879–1951), die während schlaflosen Nächten entstanden sind. Ausgerüstet mit Taschenlampen, machten sich die 14- bis 17-jährigen Jugendlichen im dunklen Museum auf Entdeckungstour der nächtlichen Bildwelten. Die Auseinandersetzung mit Kunstwerken regte zum Erfinden von eigenen skurrilen, nächtlichen Geschichten an.

Die vier MCs der Zuger Rap-Gruppe Panoreima unterstützten  die Jugendlichen beim Texten. Im improvisierten Tonstudio im Kunsthauswarenlift komponierten die Mädchen und Jungs mit technischer Hilfe und fachmännischer Unterstützung ihre eigenen Beats. Waren die Texte und die Beats gesetzt, gings in den frühen Morgenstunden ans Üben, mit oder ohne Mikrofon – von Schlaf und Müdigkeit keine Spur. Die junge vierköpfige Rahmenprogrammgruppe von der Jugendanimation Zug, begleitet von Alice Lang, sorgte für Verpflegung. Zudem unterbrach ein Gruselhörspiel um Mitternacht im «Zytturm» das emsige Schaffen. Mit enormem Engagement wurden Text und Rhythmus geübt, die Hiphop-Tracks in Mundart, auf Italienisch, Französisch, Englisch, Portugiesisch und auf Serbisch auf CD gebrannt und das Cover gestaltet. Nach dem Frühstück verliessen die Jugendlichen  das Kunsthaus mit ihrer eigenen CD. «Das muess es unbedingt weder gäh. Es esch voll geil gsi – aber wörkli.»    
  
Sandra Winiger, Kunstvermittlerin
 

Auf www.kunsthauszug.ch/Kunstvermittlung sind die Raps zu hören.


Artikel Info:
Datum: 11. November 2005
Autor:

Sandra Winiger


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