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Grosse Regeländerungen im Wasserball

Die Frösche aus Ägeri müssen sich unter Umständen schon in der kommenden Saison an Neuerungen gewöhnen


Schon lange wurde über die Einführung neuer Regeln im Wasserball spekuliert. Und nun ist es, zumindest auf internationaler Ebene, Tatsache geworden. Das erklärte Ziel des Weltverbandes Fina ist es, den Sport attraktiver und schneller zu machen.


Kurz vor den Schwimmweltmeisterschaften in Montréal hat der technische Kongress des Weltverbandes Fina Regeländerungen im Wasserball beschlossen. Diese werden auf die Saison 2006 auf internationaler Ebene temporär durchgesetzt. Im Anschluss an die Erfahrungen aus der Saison 2006 will man das Reglement auf die Saison 2007 (WM in Melbourne) nochmals überarbeiten, sodass dann die WM mit den konsolidierten Regeln in Angriff genommen werden kann.
Wie es im Schweizer Wasserball weitergehen soll, liegt noch in den Händen des Schweizerischen Schwimmverbandes (SSCHV) und sollte demnächst entschieden werden.


Massgebliche Änderungen
Als markante Regeländerung ist die Auflösung der Vier- und Sieben-Meter-Linie zu werten. Künftig wird es international nur noch eine Fünf-Meter-Linie geben, die dann als neue Strafstosslinie gilt. Zudem dürfen Freistösse ausserhalb dieser Linie künftig direkt geschossen werden. Diese Regeländerung wurde seit drei Jahren auf internationaler Ebene in ausgesuchten Spielen mehrfach getestet.


Als weitere massgebliche Änderung wurde die Verkürzung der Angriffszeit von 35 auf 30 Sekunden beschlossen. Und dies bei gleicher Spielfeldgrösse. Das heisst für das angreifende Team, noch schneller in den Angriff überzugehen und aktiver vor dem gegnerischen Tor zu werden. Sollte der SSCHV diese Regel durchsetzen, dürfte dies sicher für die Mannschaft des SC Frosch Ägeri eine der einschneidendsten Entscheide sein. Hatte man doch in der vergangenen Saison oft Mühe, in den 35 Sekunden abzuschliessen, gerät man jetzt noch schneller unter Zugzwang.


Längere Wasserballspiele
Künftig sollen Wasserballspiele nicht mehr wie bisher vier Mal sieben Minuten effektive Spielzeit betragen, sondern vier Mal acht Minuten. Bereits vor einigen Jahren hatte man für ein Jahr die vier Mal neun Minuten eingeführt, kam aber wieder davon ab. Weiter gibt es den Schiedsrichter-Entscheid «definitiver Ausschluss ohne Ersatz» in Zukunft nicht mehr. Der betroffene Spieler ist zwar für das Spiel gesperrt, aber künftig kann nach vier Minuten wieder ein Ersatzmann ins Spiel eingreifen. Eckstösse gibt es in Zukunft nur noch, wenn der Torwart den Ball hinter die Torlinie ablenkt.


Warten auf die Entscheidung
Die Vereinsverantwortlichen warten nun gespannt auf den Entscheid des SSCHV. Da es sich bei den Regeländerungen um massive Einschnitte in das Angriffsverhalten der Teams handelt und sich dadurch das Training stark verändern könnte, drängen die Vereine natürlich auf einen baldigen Entscheid. Denn schon bald beginnt für die Teams wieder das Training für die Saison 2006.


Was vom SSCHV bereits zum Saisonstart 2005 beschlossen wurde, ist, dass die Ausländerregelung für 2006 wieder verschärft wird. So muss ein Ausländer neu bereits ab Januar  im Team dabei sein und darf nicht erst auf die Sommerrunde eingeflogen werden. So wollen die Verantwortlichen vermeiden, dass die Vereine wie im letzten Jahr ihre Ausländer erst zur Sommerrunde anstellen und somit nur für drei Monate bezahlen müssen. Mit der neuen Regelung soll es keine Überraschungen mehr während der Saison geben. Das Team steht zum Start der Winterrunde und muss in der gleichen Zusammensetzung um den Meistertitel spielen.

Diese Regelung kommt vor allem den Vereinen zugute, die nachhaltige Aufbauarbeit im Schweizer Wasserball leisten wollen, und bereit sind, einen Profi auch über eine längere Periode anzustellen. Dieser kann sich dann besser in den Verein einbringen und in die Nachwuchsförderung einbezogen werden. So werden vermutlich nächstes Jahr auch weniger hoch qualifizierte Ausländer in der Liga eingesetzt. Denn die Wasserballvereine können sich das Engagement eines Spitzenspielers über eine längere Periode schlicht nicht mehr leisten. Was wiederum für positive Stimmung unter den Schweizer Wasserballcracks führen wird, denn sie werden wieder wichtiger und bekommen dadurch auch mehr Einsatzzeiten in der Meisterschaft. Auch die Jugendarbeit ist wieder vermehrt gefordert, eigene, gute Wasserballer auszubilden.


Wie sich der SC Frosch Ägeri betreffend Engagement von Ausländern verhält, das wird in den nächsten Wochen definitiv bekannt gegeben. Die Verhandlungen sind bereits in der Schlussphase, und auch die Trainerfrage scheint gelöst. Nach dem Abtreten von Vladimir Prelovsky steht Ägeri zurzeit noch ohne offiziellen Trainer da. Sportchef Christian Iten wird dazu in den nächsten Wochen offiziell Stellung nehmen können.


Artikel Info:
Datum: 03. August 2005
Autor:

REG


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