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«Ich mag Handball, und Handball mag mich»
Der Topscorer des European Open in Göteborg spielt bei GC-Handball und wohnt und arbeitet seit einem Jahr in Zug
Marko Vukelic wusste vom ersten Handballtraining an: Das ist der richtige Sport für mich. Sein Gespür war richtig. Der junge Wahlzuger spielt momentan als jüngster Spieler in der höchsten schweizerischen Liga. Seit einem Jahr wohnt und arbeitet Marko Vukelic im Kanton Zug. Bei der Firma Hapimag macht er die Ausbildung als Kaufmännischer Angestellter in einer Sportlerlehre. Mit der «Zuger Presse» spricht er über seine Begeisterung für Handball, sein Essverhalten, Doping und seine Erfahrungen am «European Open».
Zuger Presse: Wie sind Sie zum Handball gekommen? Marko Vukelic: Meine Karriere fing bei der Handballriege Hochdorf an. Mit 14 wechselte ich nach Luzern und spielte auf der Juniorenstufe und für die 2.-Liga-Mannschaft Hochdorfs. Dengrossen Sprung schaffte ich dann im letzten Jahr, als mich der Handballclub Grasshoppers aus Zürich anrief und mich verpflichtete. Jetzt habe ich eine Saison in der höchsten Liga, Swiss Handball League, hinter mir und es wird hoffentlich nicht die letzte bleiben.
Wie erklären Sie sich die Begeisterung für diesen Sport? Ich wusste einfach im ersten Handballtraining: Dieser Sport mag mich und ich mag ihn. Warum es gerade Handball ist, das mich so in seinen Bann gezogen hat, ist schwierig zu erklären. Man muss es selbst fühlen. Mir gefällt, dass das Spiel sehr schnell ist und an den Meisterschaften sowie an den Olympiaden macht die Mischung aus Schnelligkeit, Kraft, Eleganz und Passion aus den Wettkämpfen kleine Kunstwerke.
Wie viel Mal in der Woche trainieren Sie? Sie sind 18. Bleibt da noch Zeit für Dinge, wie Freunde und Ausgang? Da ich neben dem Sport auch noch für die Schule lernen muss, habe ich wenig Freizeit. In den Wettkampfphase (September bis Mai) habe ich täglich ein Training am Abend sowie ein Morgentraining pro Woche. Dazu kommt auch das Ausdauer- und Krafttraining, welche ich zwei bis drei Mal wöchentlich zu absolvieren habe. Trotzdem habe ich noch Zeit für andere Dinge. Alles ist eine Frage des Zeitmanagements. Wenn ich mir die Zeit richtig einteile, liegt es sicher drin, dass ich mit Freunden abmachen oder in den Ausgang gehen kann. Für andere zeitintensive Hobbies jedoch, wie zum Beispiel Schmetterlinge sammeln, reicht die Zeit nicht (lacht).
Sie machen eine Sportlerlehre. Was bedeutet das? Diese vierjährige Lehre ermöglicht mir, Sport, Ausbildung und Sportschule unter einen Hut zu bringen. Wenn es zeitliche Engpässe gibt, habe ich ein flexibles Umfeld. Mein Lehrbetrieb und die Schule sind diesbezüglich sehr grosszügig.
Sie leben seit einem Jahr in Baar. Wie gefällt Ihnen ihr neues Umfeld? Ich lebe in einer Personalwohnung an der Stadtgrenze. Zug ist viel vielfältiger als mein Heimatdorf Hochdorf LU. Zug ist smart, bietet alles und hat einen schönen Sonnenuntergang. Was mir nicht gefällt, ist das Fast-Food-Restaurant bei mir nebenan (schmunzelt). Dort gibt es nicht das Essen, dass mir entspricht.
Welche Speisen entsprechen Ihnen als Sportler dann eher? Der Mix macht es aus. Ich versuche mich abwechslungsreich zu ernähren. Natürlich muss ich viel Kohlenhydrate zu mir nehmen, ausserdem esse ich täglich einen Teller Gemüse sowie diverse Früchte, sportgerecht halt.
Welches sind Ihre bisher grössten Erfolge? Die Play-off-Finales, welche ich in diesem Jahr mit GC erreicht habe, waren ein wichtiger Schritt. Persönlich habe ich in meiner bisherigen Karriere den Titel «Best Player» an der Europameisterschaftsqualifikation in Bulgarien erhalten und am European Open in Göteborg wurde ich als «Top Scorer» ausgezeichnet.
Wie haben Sie das European Open erlebt? Und wie war es, den Top-Scorer-Titel zu erhalten? Das European Open Anfang Juli war eine Lehrstunde für mich und das Team. Durch das Verfehlen unseres Zieles, den achten Rang, war die Stimmung nicht stets auf dem Höhepunkt. Den Top Scorer-Titel zu erhalten, war ein sehr schönes Gefühl. Als ich auf das Spielfeld lief, waren die grossen Handballnationen vertreten und ich war stolz, die Schweiz repräsentieren zu dürfen.
Wie erklären Sie sich ihren Erfolg? Der Erfolg hängt von vielen Faktoren ab. Es ist ein Zusammenspiel aus Talent, Willen, psychischer und physischer Verfassung. Im Moment läuft es bei mir vielleicht rund, aber wer sich ausruht, wird schnell von anderen überholt.
Aber könnte man sagen, Sie sind schweizweit der beste Spieler ihres Jahrgangs (1987)? Nach den Erfolgen könnte man das schon sagen, aber das kann sich schnell ändern. Ich selber bewerte mich aber nicht so.
Haben Sie sich die Einnahme von leistungsförderden Medikamenten schon mal überlegt? Doping war für mich nie Thema. Im Handball kennt man das auch auch nicht so wie in anderen Sportarten. Meine Lebensphilosophie ist: «Alles was du machst, ob gut oder schlecht, wird dir wieder vergütet.» Darum fange ich nicht mit «schlechten» Dingen an – sei es Doping, Rauchen oder Alkoholkonsum. Aber natürlich gönne ich mir auch mal ein Drink oder ein Glas Wein. Eine prominente Sportlerin aus dem Kanton Zug ist ja letzthin wegen Doping in die Schlagzeilen gekommen. Ich finde, man darf sie dafür nicht verdammen. Der Druck ist enorm – in ihrer Haut möchte ich nicht stecken. Wenn ich in einem psychischen Loch bin, versuche ich positiv zu denken. Ich sehe in schlechten Zeiten immer die Chance, grösser und gestärkter aus der schwierigen Lebensphase herauszugehen.
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